Nibelungen-Festspiele Worms: Intendant Nico Hofmann lobt...

Vorstand mit Intendant: Nico Hofmann (2.v.l.) war erneut in der Mitgliederversammlung der Festspiel-Freunde mit (v.l.) Elke Götz (Beisitzerin), Dr. Ulrich Oelschläger (stellvertretender Vorsitzender), Sylvia Freifrau von Dörnberg (Beisitzerin), Dr. Sabine von Ehrlich-Treuenstätt (Erste Vorsitzende), Kerstin Adjalian (Schriftführerin), Prof. Dr. Jens Hermsdorf (stellvertretender Vorsitzender), Verena Schupp-Jedvaj (Schatzmeisterin) und OB Michael Kissel. Foto: photoagenten/Andreas Stumpf  Foto: photoagenten/Andreas Stumpf

Die Begeisterung war groß bei den Freunden der Nibelungen-Festspiele im nahezu voll besetzten Burgunder- und Liebfrauensaal im Wormser Kultur- und Tagungszentrum, und das...

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WORMS. Die Begeisterung war groß bei den Freunden der Nibelungen-Festspiele im nahezu voll besetzten Burgunder- und Liebfrauensaal im Wormser Kultur- und Tagungszentrum, und das beruhte erkennbar auf Gegenseitigkeit. Nico Hofmann, Intendant der Nibelungen-Festspiele und viel beschäftigter Produzent, war extra aus Rom gekommen, um bei der jährlichen Mitgliederversammlung den „Festspiel-Botschaftern“, wie die Vorsitzende des Freundes- und Förderkreises, Dr. Sabine von Ehrlich-Treuenstätt, ihre Mitglieder gerne nennt, die neuesten Entwicklungen rund um die Festspiele zu erläutern. Neue Namen zum Ensemble wollte Hofmann zwar noch nicht verraten, zeigte sich aber erfreut, dass er just an diesem Dienstag „drei entscheidende Telefonate“ geführt habe. Deutlich machte er seine Devise, nicht ausschließlich auf große Namen zu setzen, zumal dies auch eine finanzielle Frage sei. Wichtig sei ihm die Mischung aus bekannten Schauspielern und jungen Talenten: „Ich habe eine große Freude daran, junge Schauspieler zu entdecken.“ Ganz ähnlich denkt der Intendant auch beim Autoren-Regisseur-Gespann: Ein arrivierter Autor in Kombination mit einem jungen Regisseur schwebe ihm hier vor.

Nach seiner Vertragsverlängerung um fünf Jahre – Nico Hofmann wird bis 2022 Intendant der Nibelungen-Festspiele sein – bestehe nun auch eine bessere Planungsmöglichkeit. Gemeinsam mit Dramaturg Thomas Laue, den Hofmann als ganz wichtigen Mann im Team bezeichnet, plane er nun für die nächsten Jahre. Dabei freue er sich über die großartige Unterstützung aus dem Kuratorium mit Hans Werner Kilz, Bettina Musall und Mario Adorf an der Spitze. Da sei eine große Energie zu spüren, bei den Sitzungen pflege man „einen klugen Austausch“.

Dass Nico Hofmann sehr dezidiert den Festspielfreunden dankt, wirkt kein bisschen aufgesetzt, sondern ist ihm offensichtlich ein Bedürfnis. Deutlich wird dies nicht nur dadurch, dass er eben zum wiederholten Male zur Mitgliederversammlung kommt, trotz eines engen Terminplanes – beim lockeren Plausch im Anschluss ist er längst wieder unterwegs. Auch wie er es sagt, macht dies deutlich. Es sei „wirklich beeindruckend“, wie der Verein die Festspiele unterstütze, „so etwas gibt es in Berlin nicht.“ Und deshalb greift Hofmann auch gleich eine zuvor eher im lockeren Scherz von der Vorsitzenden gemachte Äußerung auf. Von Ehrlich-Treuenstätt hatte in ihrem Jahresbericht die Festspielfahrten der Freunde erwähnt und angesichts der großen Reisefreudigkeit zu Hofmann gesagt, vielleicht komme man ja auch mal nach Berlin zu ihm. Prompt folgte die Aufforderung dazu. Der Zeitpunkt sei günstig, die UFA, deren Leitung Hofmann jetzt gänzlich übernimmt, feiere in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen, da führe er die Wormser gerne mal übers Gelände: „Ich würde das wirklich gerne machen. Die Einladung steht!“

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Ein großes Dankeschön für das Engagement der Festspielfreunde kam auch von Oberbürgermeister Michael Kissel. Natürlich helfe die finanzielle Unterstützung – im vergangenen Jahr summierte sich die auf stolze 21 634 Euro, aber es gehe um mehr: „Es ist wichtig für den Festspielgedanken und damit für unsere Stadt.“ Seit den ersten Festspielen 2002 habe man immer gegen Widerstände zu kämpfen gehabt. Als sich der Freundeskreis vor sieben Jahren gegründet habe, „hatte ich es zum ersten Mal nicht mit Kritikern und Zauderern zu tun“. Diesen eben auch ideellen Rückhalt aus der Bevölkerung bräuchten die Festspiele, ist Kissel überzeugt: „Denn wir drehen hier in Worms ein ganz, ganz großes Rad“, war er sich mit Intendant Hofmann einig.