Worms und Ludwigshafen bedauern Verzicht Mannheims als...

Gefeiert wird in Mannheim trotzdem, wie hier beim Straßenfest mit dem historischen Wasserturm im Hintergrund. Archivfoto: Gerold  Foto:

Großes Bedauern, aber auch Verständnis: Das sind die Reaktionen auf den Verzicht der Stadt Mannheim, sich als Kulturhauptstadt zu bewerben. Eigentlich sollte nach...

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WORMS/MANNHEIM/LUDWIGSHAFEN. Großes Bedauern, aber auch Verständnis: Das sind die Reaktionen auf den Verzicht der Stadt Mannheim, sich als Kulturhauptstadt zu bewerben. Eigentlich sollte nach Möglichkeit zum Jahr 2020, dann aber 2025 Mannheim zusammen mit der Region Kulturhauptstadt Europas werden, dazu hatte die Quadratestadt 2010 ein „Büro Kulturhauptstadt Mannheim“ eingerichtet. Doch angesichts der immensen Projekte, die Mannheim vor der Brust hat, hatte Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz in seiner Etatrede vor wenigen Tagen den Verzicht auf die Bewerbung erklärt (wir berichteten).

„Wir waren da von Anfang an dabei“, so der Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel. Er habe seinerzeit ja angeregt, die Bewerbung als eine der gesamten Metropolregion zu verstehen. Deshalb habe Worms sich mit seinen Kulturprofilen auch gleich eingebracht. Worms hatte bereits Geschichte gemacht, als es die heutigen Metropolen der Region mit Mannheim, aber auch Ludwigshafen oder Heidelberg noch gar nicht gab.

Damit wollte die Nibelungen- und Stauferstadt Worms denn auch im Metropol-Reigen punkten, weshalb Kulturkoordinator Volker Gallé für die Stadt Worms in der AG Kulturvision der Metropolregion vertreten war. „Volker Gallé ist da ein großer Impulsgeber“, lobt Kissel. Als die Idee 2010 an Fahrt gewann, hatte Kissel gleich betont: „Das Thema Kulturhauptstadt ist ein sehr gutes für die Metropolregion Rhein-Neckar.“ Deshalb bedauert er jetzt auch den Verzicht auf die Bewerbung.

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Mannheims Oberbürgermeister Kurz habe ihm den Verzicht auch in einem Brief erläutert. Bei allem Bedauern zeigt Kissel denn auch Verständnis für die Entscheidung, vor allem angesichts der riesigen Projekte, die in der Quadratestadt zu stemmen seien – angefangen bei der Bundesgartenschau über die Konversion bis hin auch zum Kulturbereich mit der Erweiterung der Kunsthalle oder der anstehenden Generalsanierung des Nationaltheaters, die möglicherweise 185 Millionen Euro kosten wird.

Ganz ähnlich sieht es die Stadt Ludwigshafen. Auch dort wird der Verzicht auf die Bewerbung bedauert. Gleichwohl hält die Stadt die von Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz dargelegten Gründe für den Verzicht für nachvollziehbar und setzt weiter auf eine enge Zusammenarbeit, erklärte Ludwigshafens Kulturdezernentin Prof. Dr. Cornelia Reifenberg, die sich auch in einem Brief an das Mannheimer Stadtoberhaupt wandte.

„Aus Sicht der Stadt Ludwigshafen besaß die Kulturhauptstadt-Bewerbung eine erhebliche Bedeutung, nicht nur für die Stadt Mannheim, sondern auch für die gesamte Metropolregion. In der Bewerbung Mannheims gemeinsam mit der Metropolregion sahen wir auch für unsere Stadt Ludwigshafen durchaus Chancen für eine interessante kulturelle Stadtentwicklung. Zudem hätten wir im Lichte der umfangreichen Stadtentwicklungsprozesse, die wir natürlich auch vor einem kulturellen Hintergrund planen, zu dieser Bewerbung beitragen können“, so Reifenberg.

Einig sind sich Worms und Ludwigshafen zudem in der Einschätzung, dass bereits der bis heute gegangene Weg hin zu dieser Bewerbung wichtige Impulse gebracht habe. „Seitens der Stadt Ludwigshafen werden wir an dem eingeschlagenen Weg der Kooperation in kulturellen Angelegenheiten wie beispielsweise Enjoy Jazz oder Fotobiennale festhalten, da wir die bewährte Zusammenarbeit als zukunftsweisend ansehen“, betont etwa die Kulturdezernentin der Chemiestadt, Cornelia Reifenberg. Der Wormser OB Kissel bestätigt dies und spricht von den diversen Netzwerken wie etwa der „Festival-Region“, die auch die städtische Kultur- und Veranstaltung GmbH in der Metropolregion mit geknüpft habe.