Ludwigshafen plant Lutherball zum großen Reformationsjubiläum

Schüler und Lehrer der Berufsbildenden Schule Technik 2 beteiligen sich an der Organisation des Lutherballs in der Friedenskirche. Viele wollen den Ball in mittelalterlicher Kleidung besuchen. Foto: Andrea Döring  Foto: Andrea Döring

„Mutig voranschreiten“ lautet das Motto des 500. Reformationstags in Ludwigshafen. Das protestantische Dekanat der Stadt hat zum Jubiläum viel vor. Welche Wege sie gehen...

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LUDWIGSHAFEN. „Mutig voranschreiten“ lautet das Motto des 500. Reformationstags in Ludwigshafen. Das protestantische Dekanat der Stadt hat zum Jubiläum viel vor. Welche Wege sie gehen wollen, stellten Dekanin Barbara Kohlstruck und Götz Geburek, zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der Protestantischen Kirche Ludwigshafen, vor: Gottesdienste in verschiedenen Ludwigshafener Kirchen, Public Viewing bei der Übertragung des Festgottesdienstes aus Wittenberg, einen Thesenanschlag und einen zentralen Festgottesdienst in der Apostelkirche und für die Jugend eine Church Night in der Versöhnungskirche. Weiterer Höhepunkt ist der Lutherball am 11. November.

Schüler und Lehrer der Berufsbildenden Schule Technik 2 beteiligen sich an der Organisation des Lutherballs in der Friedenskirche. Viele wollen den Ball in mittelalterlicher Kleidung besuchen. Foto: Andrea Döring  Foto: Andrea Döring

„Hier tanze ich, ich kann nicht anders“ ist der Titel des Lutherballs am Martinstag, dem Tauftag des Reformators. Unterstützt von 38 Schülern und sechs Lehrern der Berufsbildenden Schule Technik 2 wird es zum dritten Mal einen Ball in der Friedenskirche mit Tanz und Essen und Trinken geben.

Serviert wird „Sündenfall“ mit „Beichtgeheimnis“

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Die älteren Schüler aus der HBF C 16 leiten das Großprojekt, das – so Birgit Langer, Abteilungsleiterin Gastronomie an der BBS Technik 2 – auf dem Lehrplan steht. Die Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche Ludwigshafen mache die Durchführung in dieser Form erst möglich, so Langer. „Mönchskopfglatze“, „Beichtgeheimnis“ und „Sündenfall“ sind einige der Namen der Gerichte, die die Schüler der Höheren Berufsfachschule Catering 16 und Catering 17, auch inspiriert vom Unterricht des Religionslehrers Udo Jesberger, Pfarrer im Schuldienst, kreiert und benannt haben. „Sündenfall haut kalorienmäßig gut rein“, erklärt Schüler Christian Pauls vom Küchenteam aus Rheingönheim auf die Frage nach der Herkunft des Namens.

Da ist es gut, dass auf dem Lutherball viel getanzt werden kann. „Wir tanzen Luther“, erklärt Kerstin Bartels, Schulpfarrerin der BBS Technik 2. Eigens komponierte Walzer erklingen am Anfang des Balls. Im Rahmenprogramm gibt es weitere Show-Tanzeinlagen, einen Gaukler und „Thementeller“. Schüler, Lehrer und Pfarrer werden mittelalterliche Kostüme aus dem Fundus des Nationaltheaters Mannheim tragen. „Trends kommen wieder. Wir setzen sie“, erklärt Pascale Wöhrle vom Service-Team. Das Deko-Team legt einen Roten Teppich aus und schmückt die Tische mit Lutherrosen und Kerzen mit Lutherworten und seinem Bild. Wer sich trotzdem langweilt, kann die 95 Thesen lesen, die Luther einst an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg schlug.

„Thesenanschlag!“ fand seit Ende vergangenen Jahres erneut in Mannheim und Ludwigshafen statt. Auf einer digitalen und 50 analogen, also echten, Türen konnten Menschen in beiden Städten auf vielen Plätzen auf einem Touchscreen oder mit Kreide ihren Beitrag zur evangelischen Kirche in Geschichte und Gegenwart abgeben. Am Reformationstag präsentieren Kohlstruck und ihr Team in der Apostelkirche in der Rohrlachstraße nach dem Public Viewing die Ergebnisse der Umfrage. „Mutig voranschreiten – orientiert, gestärkt, protestantisch“ ist der Titel des anschließenden Gottesdienstes mit Musik des Chorprojektes „Mendelssohn-Bartholdy PUR 2.0“. Aber auch Stücke aus dem Luther-Musical sind zu hören. „Das sind genau solche Ohrwürmer wie zu seiner Zeit die Luther-Lieder“, meint Kohlstruck. Ihre Predigt hat den Titel „Wegmarken einer Kirche der Zukunft“.

Die Dekanin will am Ende des Reformationsjubiläums erfassen, was die Luther-Dekade gebracht hat. „Nicht nur zurückgucken, sondern auch aus Luthers Gedanken Anstöße für die Kirche geben, das Heute und Morgen entwickeln“, ist ihr Plan. Ein guter Plan für die jugendlichen Protestanten wäre auch, statt des Festgottesdienstes die Church Night der Jugendkirche in der Versöhnungskirche zu besuchen, die parallel stattfindet.

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„Wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute einen Apfelbaum pflanzen.“ Dieses Zitat, das Luther zugeschrieben wird, nimmt die Protestantische Kirche zum Anlass, am Ende des Reformationstages Äpfel zu verteilen. Wenn am 12. November die Welt unterginge, wäre es gut, am 11. noch einmal schön beim Lutherball zu tanzen.

Der Vorverkauf laufe gut, so Schulpfarrerin Bartels, es sind aber noch Platzkarten zu haben. Für Kurzentschlossene gibt es auch noch Flanierkarten an der Abendkasse.