„Lu bunt statt braun“: Aktionswoche gegen rechte Gewalt...

„Lu bunt statt braun“ ist das Motto der Aktionstage gegen rechte Gewalt und Rassismus vom 6. bis zum 18. November in Ludwigshafen, Schifferstadt, Limburgerhof, Neustadt und...

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LUDWIGSHAFEN. „Lu bunt statt braun“ ist das Motto der Aktionstage gegen rechte Gewalt und Rassismus vom 6. bis zum 18. November in Ludwigshafen, Schifferstadt, Limburgerhof, Neustadt und Heidelberg. Das Netzwerk, ein Zusammenschluss, in dem unter anderem Gewerkschaften, Parteien, Kirchen, das Amtsgericht und der Anwaltsverein Ludwigshafen vertreten sind, hat Konzerte, Filme, Ausstellungen, Workshops und Vorträge organisiert, die vorbeugend gegen braune Gesinnung wirken sollen. Zielgruppe sind interessierte Menschen jedes Alters. Höhepunkt der Aktion soll das Konzert des „Chor des Orpheus“ mit Werken des Widerstandkämpfers Mikis Theodorakis am Samstag, 18. November, im Pfarrheim Mundenheim in Ludwigshafen sein.

Auftakt mit Graffiti-Kunst und Gitarrist aus Chile

Ein Banner geht voran. Jugendliche haben Graffiti-Kunst zum Motto „Lu bunt statt braun“ unter Anleitung von Sozialarbeiter und Künstler Philipp Himmel gesprayt, berichtet Ann-Kathrin Weiß, Organisationssekretärin des DGB Vorder- und Südpfalz. Am Montag, 6. November, 19 Uhr, stellen sie es bei der Einführungsveranstaltung im Wilhelm-Hack-Museum vor. Musikalisch begleitet Juan Miranda den Abend mit dem Titel „Rechte Gewalt und Rassismus“. Rechte Gewalt hat der Sänger und Gitarrist aus Chile unter dem Pinochet-Regime am eigenen Leib erlebt, so Renate Bauer, die ehemalige Landessprecherin der freireligiösen Landesgemeinden Pfalz vom Orga-Team. Monika Kleinschnitger als Mitglied des Vereins „Ludwigshafen-setzt-Stolpersteine“ und Klaus-Jürgen Becker, stellvertretender Leiter des Stadtarchivs Ludwigshafen, sprechen über Entwicklung, Hintergründe und Gegenwehr gegen rechte Gewalt und Rassismus.

„Wie ist es möglich, dass seit den 50er Jahren das erste Mal eine Partei mit etlichen rechtsradikalen Mitgliedern im Bundestag sitzt?“, ist laut Margarethe Seifert von der Bürgerinitiative gegen rechts der Gewerkschaft Verdi eine der Fragen, die sich Künstler, Wissenschaftler und Politiker in den 22 Veranstaltungen stellen werden. Die Planung für die erste Aktion in dieser Größe in der Metropolregion, so Rüdiger Stein, DGB-Geschäftsführer für die Vorder- und Südpfalz, begann lange vor der Bundestagswahl. „Sprech’s und Fakten“ stellen Bündnis 90/Die Grünen am Samstag, 11. November, 17 Uhr, im Gewerkschaftshaus gegenüber. „Argumente gegen Alltagsrassismus“ kann man hier lernen. Wie man Rassismus gegen Moslems bekämpfen kann, ist Thema eines Abends mit den Linken am Dienstag, 7. November, 19 Uhr, in der „Zeder“. Anders als im Flyer angekündigt, redet Jules El-Kathib, Landesvorsitzender der Linken von Nordrhein-Westfalen und Autor von Büchern wie „Die Freiheitsliebe“.

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Nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit Herz, Hand und Fuß können Kinder ab acht Jahren Vielfalt und Toleranz kennenlernen. Der Walt-Disney-Film „Zoomania“ ist mehrfach an verschiedenen Orten zu sehen. Eingerahmt ist die Vorführung von einem Spiel- und Bastelprogramm, veranstaltet von der Evangelischen Jugend der protestantischen Kirche Ludwigshafen. Die katholische Jugendkirche Lumen zeigt auch Filme unter dem Titel „kurz.film.bunt“.

Goldene Stolpersteine verlegt am Samstag, 11. November, ab 9 Uhr Gunter Demnig vor dem Amtsgericht in der Wittelsbachstraße. Das Amtsgericht und der Anwaltsverein Ludwigshafen sind hier die Veranstalter. Die Steine sollen an Opfer des Nazi-Regimes erinnern. Zu den NSU-Morden gibt es eine Ausstellung und einen Vortrag von Birgit Mair, Sozialwissenschaftlerin und Prozessbeobachterin, am Montag, 13. November, im Gewerkschaftshaus zu sehen und zu hören. Die Ausstellung kann man noch bis zum 24. November besucht werden.