Hessisches Landesamt für Naturschutz: Frankfurter Flughafen...

Flughafen Frankfurt Foto: jenspeterol - stock.adobe

Mittlerweile sind sich die Forscher des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie sicher. Der Frankfurter Flughafen ist verantwortlich für Ultrafeinstaub.

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WIESBADEN. Messungen des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie haben ergeben, dass vermutlich beim Betrieb des Frankfurter Flughafens Ultrafeinstaub entsteht. Gemessen wurde seit September vergangenen Jahres in Raunheim und Schwanheim, wo eine Gesamtkonzentration nachgewiesen wurde, die mit der an verkehrsreichen Straßen in Dresden oder Leipzig vergleich bar ist. Was davon zu halten ist, ist derzeit noch völlig unklar.

Wer im Internet nach Gesundheitsgefahren durch Ultrafeinstaub sucht, wird rasch fündig. „Die ultrafeinen Partikel können unter anderem zu Lungenschäden, Krebs und Herzinfarkt führen und das Wachstum von Kindern beeinträchtigen“, heißt es da. Andere glauben, die Partikel schädigten nicht nur das Herz-Kreislaufsystem. Sie gerieten auch über die Atemwege ins Gehirn.

In Hessen sind verantwortliche Politiker hingegen überzeugt, die konkreten Folgen für die Gesundheit seien „bislang noch nicht hinreichend wissenschaftlich erforscht“. Es gebe weder gesicherte medizinische Erkenntnisse noch Grenzwerte für die Luftbelastung mit Ultrafeinstaubpartikeln, so Umweltministerin Priska Hinz (Grüne). Weshalb die ersten Zwischenergebnisse, die das Landesamt jetzt veröffentlicht hat, „kein Grund zur Panik“ seien.

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Messtationen in Raunheim und Schwanheim

Ohnehin ist es problematisch, für Ultrafeinstaub-Konzentrationen im Ballungsraum allein eine Quelle verantwortlich zu machen: Hier gibt es neben dem Flughafen auch Autobahnen sowie die Emissionen von Heizungen und Industrie. Allerdings hat das Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie festgestellt, dass die Ultrafeinstaubkonzentrationen an den beiden Messstationen in Raunheim und Schwanheim dann sehr hoch sind, wenn der Wind aus Richtung Flughafen weht. Und: In Schwanheim, einer Messstation im Wald, ist die Konzentration nachts am niedrigsten, steigt ab 5 Uhr früh an und liegt um 12 Uhr vier Mal so hoch wie in der Nacht. Fazit, aus Sicht des Landesamtes: „Das Gelände des Flughafens Frankfurt ist eine bedeutsame Quelle für ultrafeine Partikel“.

Der Betrieb des Flughafens führe zur Belastung, sagt denn auch Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Belege, dass Überflüge eine relevante Quelle für Ultrafeinstaub seien, ließen sich aus der Studie nicht ableiten. Denn: „Raunheim wird direkt überflogen. Schwanheim nicht“.

Nun sollen die Messungen intensiviert werden, ergänzt um mindestens eine weitere mobile Station, um am Ende klar beurteilen zu können, was durch den Flughafen und was durch Autobahnen verursacht ist. Und Priska Hinz hofft, dass die Untersuchung des Landesamtes dazu führt, dass weiter geforscht wird, ob Ultrafeinstaub für Krankheiten verantwortlich ist. Und falls ja: für welche.

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Von Christoph Cuntz