Hessen: Polizei mit Aktion gegen IS-Unterstützer

Das zerstörte Auto nach der Flucht. Foto: Polizei Ludwigshafen

Am Mittwoch haben Bundesanwaltschaft und Staatsanwaltschaft Frankfurt eine Aktion gegen IS-Unterstützer gestartet. Die Polizei hat mehrere Gebäude durchsucht – auch in der Region.

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WIESBADEN. In Hessen hat es am Mittwoch eine konzertierte Aktion der Staatsanwaltschaft Frankfurt und der Bundesanwaltschaft Karlsruhe gegeben, die sich gegen insgesamt 13 mutmaßliche Islamisten richtet. Vor allem in Mittelhessen und im Rhein-Main-Gebiet hat es deshalb Razzien gegeben.

So war auf Antrag der Bundesanwaltschaft bei einem 33 Jahre alten Syrer in Wiesbaden durchsucht worden. Er soll die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) mit rund 10.000 Euro unterstützt haben.

Finanzielle Unterstützung für IS?

Ein weiteres Verfahren der Bundesanwaltschaft richtet sich gegen einen 24-Jährigen aus dem Landkreis Offenbach sowie gegen einen 29-Jährigen aus Hanau, der sowohl die deutsche als auch die griechische Staatsangehörigkeit hat. Auch diese beiden Beschuldigten sollen den IS mit rund 10.000 Euro finanziert haben, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft auf Anfrage.

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Weitere fünf Ermittlungsverfahren werden von der Staatsanwaltschaft Frankfurt geführt. Polizisten des Hessischen Landeskriminalamtes und des Polizeipräsidiums Mittelhessen – die Rede ist von einer Anzahl im unteren dreistellige Bereich – vollstreckten hessenweit zehn Durchsuchungsbeschlüsse in Darmstadt, Dietzhölztal (Lahn-Dill-Kreis), Eschenburg (Lahn-Dill-Kreis), Kassel sowie in Haiger und Lollar.

Kulturzentrum in Darmstadt im Fokus?

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war in Darmstadt ein Kulturzentrum durchsucht worden, in den anderen Fällen Privatwohnungen. Bei den zehn Beschuldigten handele es sich um zwei Frauen und acht Männer im Alter von 20 bis 51 Jahren mit deutscher, afghanischer, kosovarischer und türkischer Staatsangehörigkeit.

In vier dieser Ermittlungsverfahren wird den Beschuldigten vorgeworfen, durch Spendengelder den IS in Syrien finanziert zu haben. In einem Fall liegt der Verdacht der Vorbereitung einer staatsgefährdenden Gewalttat vor.

Beschuldigter in der Schweiz untersucht

Ein Beschuldigter war zwischenzeitlich in die Schweiz ausgereist. Bei ihm durchsuchte die Schweizer Polizei.

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Bei den Razzien wurden Bargeld und Datenträger aufgefunden und sichergestellt. Für Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) ist die Gefahr durch den internationalen islamistischen Terrorismus ungebrochen. „Mit den heutigen hessenweiten Durchsuchungsmaßnahmen ist unseren Ermittlern ein wichtiger Schlag gegen die Terrorismus-Finanzierung und Unterstützung des IS gelungen.“

Von Christoph Cuntz