Busstreik in Rheinland-Pfalz trifft auch Mainz und Umgebung

Die Gewerkschaft Verdi hat Streiks im privaten Busgewerbe in Rheinland-Pfalz angekündigt. Archivfoto: dpa

Das private Busgewerbe in Rheinland-Pfalz ist in einen Warnstreik getreten. Wie lange gestreikt wird und welche Linien in Mainz und Umgebung betroffen sind.

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MAINZ. In einigen Regionen von Rheinland-Pfalz haben am Donnerstag viele Menschen vergeblich auf den Bus gewartet. Im Tarifkonflikt des privaten Busgewerbes hat ein landesweiter, zweitägiger Warnstreik der Gewerkschaft Verdi Teile des Busverkehrs lahmgelegt. Bei den Betrieben der DB Regio Bus Mitte und der DB Regio Bus Rhein-Mosel etwa sei "kein einziger Bus rausgefahren", sagte Marko Bärschneider von Verdi. Etwa 2000 Beschäftigte hätten am frühen Morgen die Arbeit niedergelegt, "eine überwältigende Streikbeteiligung".

Verdi fordert in dem Tarifkonflikt unter anderem die Durchbezahlung von Standzeiten und Fahrzeitunterbrechungen. Es gebe derzeit für die Beschäftigten nur Geld, "wenn die Räder rollen", erklärte Bärschneider. Eine solche Praxis sei "unvorstellbar". Weitere Forderung sind ein 13. Monatsgehalt sowie höhere Zuschläge und mehr Urlaubsgeld. "Uns sind die Hände gebunden", entgegnete der Geschäftsführer der Vereinigung der Arbeitgeberverbände Verkehrsgewerbe (VAV), Heiko Nagel. Er habe "völliges Verständnis" für die Forderungen, insbesondere in Bezug auf die Bezahlung der Standzeiten. Den Unternehmen sei es aber in der derzeitigen Situation nicht möglich, sich an einen Verhandlungstisch zu setzen.

Busausfälle in und um Mainz herum

Die Mainzer Mobilität weist auf ihrer Webseite auf Ausfälle der folgenden Linien in Mainz und Umgebung, übergreifend auch in Wiesbaden, hin (diese Liste beschränkt sich auf Linien, die vom Mainzer Mobilitätsdienstleister befahren werden):

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Linien 60, 63 & 65: Nur höchstens eine Fahrt je Richtung am Morgen, ansonsten keine streikbedingten Einschränkungen.

Linien 56, 58, 78 & 91: Entfall mehrerer Fahrten über den Tag verteilt. Entfall der ersten Fahrt am Morgen ab Wackernheim/Rathausplatz (Linie 56) und Bischofsheim/Treburer Straße (Linie 58).

Linien 6, 33 & 66: Stark betroffen, ganztags Entfall zahlreicher Fahrten. Bei diesen Linien seien oft auch mehrere Fahrten hintereinander betroffen. Bei der Linie 6 kommt es laut Mainzer Mobilität zwischen Gonsenheim/Wildpark und Münchfeld von Abständen von bis zu 100 Minuten zwischen den noch verkehrenden Fahrten. Entfall der ersten Fahrt am Morgen ab Gonsenheim/Wildpark (Linie 6) und Wiesbaden/Fasaneriestraße (Linie 33). Fahrtgäste werden gebeten, zwischen Mainz und Wiesbaden auf den S-Bahn- und Regionalverkehr umzusteigen. In Richtung Gonsenheim könne auf die Straßenbahnen ausgewichen werden. Für Fahrten ins Münchfeld werden die Buslinien zum Friedrich-von-Pfeiffer-Weg empfohlen. Ab 18 Uhr bringt der "Mainzrider" Passagiere in viele Mainzer Stadtteile.

Linie 75: Auch hier ist mit dem Entfall mehrere Fahrten zu rechnen. Die betroffenen Fahrten sind uns aktuell aber leider noch nicht bekannt.

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Verdi rechnet damit, dass weite Teile des Landes von den Streikmaßnahmen betroffen sein werden, darunter der Schülerverkehr und der Überlandverkehr. Welche Linien vor Ort im Einzelnen betroffen sein werden, könne man im Einzelnen nicht sagen, erklärte Verdi. Beteiligen werden sich den Angaben zufolge unter anderem sämtliche Betriebe und Standorte der DB Regio Bus Mitte und der DB Regio Bus Rhein-Mosel. Da beispielsweise in Mainz die DB Regio Bus Mitte auch Fahrten für die dortige Verkehrsgesellschaft übernommen habe, werde es auch Auswirkungen auf den städtischen Busverkehr geben. Wegen der Pandemie wird es keine Versammlungen vor den Betrieben geben.

Weitere Warnstreiks kündigte die Gewerkschaft für den 12., 17. und 18. Mai an, falls es von den Arbeitgebern bis dahin kein Einlenken gebe. "Und wenn wir bis 21. Juni kein abschlussreifes Ergebnis haben, sind die Kollegen gewillt, in den Dauerstreik zu gehen", kündigte Marko Bärschneider an, der für die Gewerkschaft den Arbeitskampf leitet. Verdi fordert in dem Tarifkonflikt die Durchbezahlung von Standzeiten und Fahrzeitunterbrechungen, ein 13. Monatsgehalt sowie höhere Zuschläge und ein höheres Urlaubsgeld.

Die Gewerkschaft bat Schüler, Eltern und Fahrgäste um Verständnis für den Warnstreik mitten in der Corona-Pandemie. "Wir haben kein anderes Instrument, die Arbeitgeber zu zwingen, mit uns ins Gespräch zu kommen", sagte Jürgen Jung von Verdi.

Von dpa