Bembel with Care produziert Apfelwein fürs Wacken

Auf der Sonderedition fürs Wacken-Festival 2022 prangt der „Wacken-Rinderschädel“ in schwarzer Farbe auf einem roten Pentagramm auf der Dose.  Foto: Sascha Lotz

Das Odenwälder Unternehmen stellt das offizielle Getränk für das Kult-Festival „Wacken Open Air“ in Norddeutschland. Die Sonderedition hat eine neue Geschmacksrichtung.

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KREIS BERGSTRASSE. Nach zweijähriger Corona-Pause wird es 2022 auf den Festivalbühnen der Republik wieder mächtig laut. Und das Publikum nimmt die Angebote überaus dankbar an. Dies war bereits bei Rock am Ring/Rock im Park oder beim Darmstädter Schlossgrabenfest zu erkennen und wird sich auch beim „Wacken Open Air“, dem größten Heavy-Metal-Festival Deutschlands, vom 3. Bis 6. August fortsetzen. Denn: Das Festival, das alljährlich rund 75.000 Besucher in den kleinen Ort östlich des Nord-Ostsee-Kanals lockt, ist nach Angaben der Organisatoren seit Wochen ausverkauft.

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Besonders groß ist die Freude über den Re-Start der Festivals freilich nicht nur bei den Organisatoren, Musikern und Fans, sondern auch bei der Getränke-Industrie. Getreu dem Motto: Wo Tausende von Menschen feiern, wird auch reichlich konsumiert. „Die Festival-Saison ist genau unser Ding“, heißt es dann auch vom Geschäftsführer des Birkenauer Apfelwein-Unternehmens „Bembel with Care“, Karsten Schwinn. Entsprechend voll ist der Sommer-Kalender für Schwinn und seine Mitstreiter: Beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring war die „Bembelzone“ ebenso vertreten, wie beim Frankfurter Techno-Event „World Club Dome“ am Pfingst-Wochenende. Hinzu kommen zahlreiche lokale Festivals wie – um nur eine kleine Auswahl zu nennen – der „Tanz der Bässe“ in Lampertheim, die Events der Bensheimer Agentur „Showmaker Entertainment“ im gesamten Kreisgebiet sowie diverse Mallorca-Partys – nicht zuletzt aufgrund der guten Beziehungen zum Partymusiker Ikke Hüftgold, mit dem das Unternehmen im vergangenen Jahr den Ballermann-Hit „Ich schwanke noch“ produziert hatte.

Apfelwein wurde beim letzten Wacken stark nachgefragt

Besonders am Herzen liegt dem bekennenden Hardrock-Fan Schwinn jedoch das bereits erwähnte „Wacken Open Air“ – obwohl der Norden der Republik eher für herbes Pils steht, denn für Apfelwein. „Aber nur auf den ersten Blick“, führt Schwinn hierzu an. „Denn beim letzten Wacken-Festival 2019 war unser Apfelwein das Getränk, das am zweitmeisten nachgefragt wurde.“ Diese Statistik im Kopf habend, sei in den vergangenen Jahren die Idee gereift, eine Wacken-Sonderedition der weit über die Heimatregion hinaus bekannten und beliebten Bembel-Dosen auf den Markt zu bringen, sagt Schwinn im Gespräch mit dieser Zeitung.

Vor etwas mehr als einem Jahr habe er den Wacken-Gründer Holger Hübner über seine Pläne informiert, nachdem ein gemeinsamer Bekannter die beiden Geschäftsleute „miteinander vernetzt“ habe. „Die Grundidee dazu kam zwei Wochen zuvor, irgendwann in einer schlaflosen Nacht“, so Schwinn. Hübner sei sofort „begeistert“ gewesen und ließ die Bembel-Crew um Schwinn und seinen Cousin Stefan Krämer, den Inhaber der Kelterei Krämer aus Reichelsheim-Beerfurth, „einfach mal machen“. „Über zehn Monate hinweg haben wir mit dem gesamten Team an Design und Inhalt gearbeitet“, erinnert sich der Bembel-Chef.

Sonderedition mit neuer Geschmacksrichtung

Mitte Mai präsentierte das Unternehmen den Wacken-Organisatoren schließlich das Endprodukt – für Karsten Schwinn ein „fruchtiges, herbes, belebendes, kalorienarmes und zugleich qualitativ hochwertiges Sommergetränk“. Es besteht zu 80 Prozent aus traditionell hergestelltem Odenwälder Apfelwein und zu 20 Prozent aus Aronialimonade mit koffeinhaltigem Guarana. Auch wenn Laien bei diesen Zutaten schnell das Wort „Energy-Drink“ einfällt, weist der Geschäftsführer etwaige Gedankenspiele weit von sich. „Wir arbeiten vorrangig mit einem Naturprodukt.“ Der natürliche Wachmacher sorge zwar für eine „leichte Süße“, in der Gesamtheit treffe die Sonderedition aber auch die bereits erwähnten Vorlieben der Menschen im Norden der Republik. Stichworte: „friesisch herb“.

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Im Norden stieß auch das fertige Produkt fast schon folgerichtig auf Begeisterung. Konsequenz: Beim Wacken 2022 liefert Bembel with Care nun tatsächlich den offiziellen Festival-Apfelwein. „Unserem Unternehmen beschert das natürlich eine riesige mediale Aufmerksamkeit“, freut sich Schwinn. Und mehr als das: „Das Ganze ist eine Riesen-Werbung für die Region Bergstraße-Odenwald.“ Erstmals verkauft wird das neue Produkt beim Beerfurther Apfelweinfest am Freitag, 24. Juni, ab dem 27. Juni sind die neuen Dosen dann auch im Handel erhältlich. Vorerst seien 750.000 Dosen produziert wurden, berichtet Schwinn. „Sind die ausverkauft, schauen wir, wie es weitergeht.“

Ein ganz besonderes Design

Und wie es sich für eine Sonderedition gehört, kommen die Dosen dann auch in einem ganz besonderen Design daher. Der typische Wacken-Rinderschädel erscheint dabei in schwarzer Farbe auf einem roten Pentagramm – passend zum ebenfalls in schwarz-rot gehaltenen diesjährigen Festival-Logo. Darunter steht wiederum in der klassischen Bembel-with-Care-Schrift „Wacken-Apfelwein“. „Damit zeigen wir, dass innovatives Design auf traditionellen Inhalt trifft“, sagt Karsten Schwinn.

In Sachen Pathos haben die Macher damit aber noch lange nicht genug. Die Paletten, auf denen je 24 Dosen gelagert oder auch verkauft werden, zeugen ebenfalls von der Verbindung zwischen zwei „Welten“. Darauf ist zu lesen: „Explosionsartig verbinden sich die Kraft des Odenwalds und die Trommeln des Nordens. Im mitreißenden Sturm erfassen sie das ganze Land in ihrer ekstatischen Symbiose aus Apfelwein und Wacken.“

Die erfolgreiche Wacken-Kooperation ist auch ein Beleg dafür, dass die Odenwälder die große Krise vor gut zwei Jahren hinter sich gelassen haben. Damals war Bembel with Care vorübergehend aus den meisten Supermarktregalen verbannt worden, weil der Erfinder und damalige Besitzer der Marke, Benedikt Kuhn, privat in sozialen Netzwerken politisch höchst fragwürdige rechtslastige Äußerungen verbreitet hatte. In Medien war von einem „Nazi-Eklat“ die Rede. Kuhn verkaufte dann seine Firma an die heutigen Besitzer, die einen kompletten Neustart versprachen.