Tausende begleiten Karl Kardinal Lehmann auf seinem letzten...

Der Sarg  mit dem Leichnam von Kardinal Karl Lehmannn wird in die Westkrypta des Domes gebracht, wo der frühere Mainzer Bischof die letzte Ruhe findet. Foto: Sascha Kopp

Würdevoll und zugleich herzlich haben sich die Mainzer, Mitglieder des Domkapitels, der Deutschen Bischofskonferenz, Priester und Gläubige aus dem gesamten Bistum sowie...

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MAINZ. Würdevoll und zugleich herzlich haben sich die Mainzer, Mitglieder des Domkapitels, der Deutschen Bischofskonferenz, Priester und Gläubige aus dem gesamten Bistum sowie zahlreiche Ehrengäste am Mittwochnachmittag in einem bewegenden Trauergottesdienst vom ehemaligen Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, verabschiedet.

Rund 1.800 Menschen feierten im Dom das Requiem für den am 11. März verstorbenen Kardinal, mehr als tausend verfolgten den Gottesdienst vor Großbildschirmen auf dem Liebfrauenplatz und im Kreuzgang. Zuvor war der Sarg in einem Wagen mit gläsernem Aufsatz in einem Trauerzug von der Augustinerkirche durch die Mainzer Altstadt zum Dom gebracht worden. Mehr als 8.000 Menschen säumten still den letzten Weg des beliebten Kardinals, während die Martinus-Glocke des Doms läutete.

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Bundespräsident Frank Walter Steinmeier, die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer, ihre Amtskollegen aus Hessen und Baden-Württemberg, Volker Bouffier und Winfried Kretschmann, waren unter den zahlreichen Ehrengästen.

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf, seit August 2017 Nachfolger Lehmanns in diesem Amt, zitierte in seiner Predigt aus dem Geistlichen Testament , das nach seinem Tod in dessen Tresor gefunden wurde. „Wir haben uns alle (...) tief in die Welt und das Diesseits vergraben und verkrallt, auch in der Kirche“, hatte Lehmann geschrieben. Als „geradezu prophetisch“ bezeichnete Kohlgraf diesen Satz. Der verstorbene Kardinal „mahnt uns, ganz aus dem Glauben, der Liebe und der Hoffnung zu leben, bevor wir zu machen beginnen“, so der Bischof.

Kohlgraf betonte im Sinne Lehmanns auch, dass Glaube „nichts Enges und Einförmiges“ habe. „Ein eigenes festes Glaubensfundament braucht die Offenheit, die geistige Weite“. Und diese Offenheit brauche den Glauben, damit sie nicht beliebig werde. „Bischof Karl Lehmann hat diese Spannung überzeugend gelebt. Klare Position im Glauben. Offenheit im Denken und Reden.“

„Zum Paradies mögen die Engel dich begleiten“ , sangen die Gläubigen, als der schlichte Sarg in einer Prozession in die Westkrypta des Doms gebracht wurde, wo Kardinal Karl Lehmann seine letzte Ruhestätte findet.

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Von Alexandra Eisen