So feiert Mainz die Johannisnacht

Die Mainzer Johannisnacht war ein voller Erfolg. Foto: Sascha Kopp

Die erste Johannisnacht seit drei Jahren hat viele Besucher nach Mainz gelockt und die Stadt in reges Treiben versetzt. Ein Überblick über die ersten Festtage und das Programm...

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MAINZ. Es ist diese Mischung aus Popcorn, Knobi-Baguette, Crêpe und Frittenfett, die für den Duft der Stadt sorgt. Ein Geruch, den Gutenberg oben auf seinem Sockel, eingerahmt von Cocktailständen und Wurstbuden zum ersten Mal seit drei Jahren wieder umweht. Die Stadt pulsiert. Blaskapellen spielen auf, Gitarrenklänge flirren über die Plätze, Bierfässer leeren sich, Karussells drehen ihre Runden, kreischende junge Leute haben ihren Spaß.

Nach drei Jahren Pause wurde in Mainz endlich wieder die Johannisnacht gefeiert. Fotos: Sascha Kopp
Nach drei Jahren Pause wurde in Mainz endlich wieder die Johannisnacht gefeiert. Fotos: Sascha Kopp
Nach drei Jahren Pause wurde in Mainz endlich wieder die Johannisnacht gefeiert. Fotos: Sascha Kopp
Nach drei Jahren Pause wurde in Mainz endlich wieder die Johannisnacht gefeiert. Fotos: Sascha Kopp
Nach drei Jahren Pause wurde in Mainz endlich wieder die Johannisnacht gefeiert. Fotos: Sascha Kopp
Nach drei Jahren Pause wurde in Mainz endlich wieder die Johannisnacht gefeiert. Fotos: Sascha Kopp
Nach drei Jahren Pause wurde in Mainz endlich wieder die Johannisnacht gefeiert. Fotos: Sascha Kopp
Nach drei Jahren Pause wurde in Mainz endlich wieder die Johannisnacht gefeiert. Fotos: Sascha Kopp
Nach drei Jahren Pause wurde in Mainz endlich wieder die Johannisnacht gefeiert. Fotos: Sascha Kopp
Nach drei Jahren Pause wurde in Mainz endlich wieder die Johannisnacht gefeiert. Fotos: Sascha Kopp
Nach drei Jahren Pause wurde in Mainz endlich wieder die Johannisnacht gefeiert. Fotos: Sascha Kopp
Nach drei Jahren Pause wurde in Mainz endlich wieder die Johannisnacht gefeiert. Fotos: Sascha Kopp
Nach drei Jahren Pause wurde in Mainz endlich wieder die Johannisnacht gefeiert. Fotos: Sascha Kopp
Nach drei Jahren Pause wurde in Mainz endlich wieder die Johannisnacht gefeiert. Fotos: Sascha Kopp
Nach drei Jahren Pause wurde in Mainz endlich wieder die Johannisnacht gefeiert. Fotos: Sascha Kopp
Nach drei Jahren Pause wurde in Mainz endlich wieder die Johannisnacht gefeiert. Fotos: Sascha Kopp
Nach drei Jahren Pause wurde in Mainz endlich wieder die Johannisnacht gefeiert. Fotos: Sascha Kopp
Nach drei Jahren Pause wurde in Mainz endlich wieder die Johannisnacht gefeiert. Fotos: Sascha Kopp
Nach drei Jahren Pause wurde in Mainz endlich wieder die Johannisnacht gefeiert. Fotos: Sascha Kopp
Nach drei Jahren Pause wurde in Mainz endlich wieder die Johannisnacht gefeiert. Fotos: Sascha Kopp
Nach drei Jahren Pause wurde in Mainz endlich wieder die Johannisnacht gefeiert. Fotos: Sascha Kopp
Mit dem Feuerwerk endete das Johannisfest.
Das Konzert von Gear Down am Montagabend.
Lichterspektakel beim Blick auf Mainz bei der Johannisnacht 2022.
Chacán spielen auf dem Bischofsplatz.

Neuer Museumsdirektor wird klatschnass

Und nass wird’s traditionell auch – nicht nur beim Regenguss der gleich zur Eröffnung am Freitagabend runterkam, sondern mitsamt einer Riesengaudi auch am Samstagnachmittag beim Gautschen. 27 Gautschlinge werden tiiiiiief getaucht – bei hochsommerlichen Temperaturen eine sehr willkommene Abkühlung. Dass er in Mainz angekommen ist, merkt vor allem einer an diesem Johannisnachtsamstag sehr eindrücklich: Als der neue Direktor des Gutenberg-Museums, Ulf Sölter, mit Festdezernentin Marianne Grosse auf die Bühne kommt – eigentlich nur, um sich kurz vorzustellen – hat er keine Chance. Das Publikum fordert unter riesigem Jubel, den Neu-Mainzer in die Bütt zu schmeißen. Der neue Gautschmeister Jürgen Schunk will noch intervenieren – schließlich ist Sölter erst knapp drei Monate im Amt und sollte sich zunächst akklimatisieren, bevor er Bekanntschaft mit der klirrenden Kälte des Gautschwassers macht – aber das Volk kennt keine Gnade. Uhr und Brille drückt er Marianne Grosse in die Hand, bevor er samt Anzug, Krawatte und Lederschuhen in den Bottich fliegt. Die Zuschauermenge tobt vor Begeisterung.

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Und noch einer fliegt in die Bütt: Oliver Valentin, der bei der Stadt für die Organisation der Johannisnacht zuständig ist, wird mit Karacho ins kalte Nass getunkt.

An jeder Ecke, an jedem Stand, vor jeder Bühne herrscht vergnügliche, friedliche Stimmung. Die Gassen des Festes sind am Samstag schon nachmittags voller Menschen; am Abend, als auf dem Liebfrauenplatz „Shebeen“ und „Die Dicken Kinder“ spielen, fühlt sich die Stadt tatsächlich fast wieder an wie vor Corona. Am Rhein haben sich Kunsthandwerker und Schausteller ausgebreitet; Kurioses und Kunstvolles gibt‘s zu kaufen; das Riesenrad lockt mit Gondeln mit Aussicht.

Ausgelassene Stimmung und zufriedene Schausteller

Die Stimmung ist ausgelassen – trotz hoher Infektionszahlen. „Wir wollen endlich wieder all das machen, was wir vor Corona gemacht haben“, sagt eine Gruppe junger Leute aus Ginsheim. „Und die Johannisnacht fühlt sich so an, als wäre das wieder so“, sagen sie.

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„Die Menschen sind so froh, dass sie wieder ohne Maske übers Fest schlendern können“, sagt Marco Sottile, Sprecher der Mainzer Schausteller. Und auch durch die Reihen seiner Kollegen gehe ein Aufatmen. „Die Schausteller sind bislang sehr zufrieden“, sagt er. Bis auf den Freitag, als es geregnet hatte, liefen die Geschäfte gut. „Alle haben großen Nachholbedarf“, sagt er. An den Fahrgeschäften herrsche Betrieb, für jeden sei was Passendes dabei. Aus ganz Rheinland-Pfalz und Hessen seien die Besucher angereist, habe er festgestellt; das zeige erneut, wie beliebt und bekannt die Johannisnacht sei. „Die Kinder freuen sich; und manche der Kleinen sehen ja auch zum ersten Mal Karussells“, meint er. Schließlich ist die letzte Johannisnacht drei Jahre her. Die Feierlaune ist kaum zu bremsen: „Am Samstag war um 2 Uhr nachts Sperrzeit. Wenn wir länger hätten öffnen dürfen, wäre es um vier noch proppenvoll gewesen.“

Ablauf fast ohne Störungen

Großen Dank richtet er auch an die Stadtwerke: Erst kurz vor der Eröffnung am Freitag hatte man nämlich bemerkt, dass das große Fahrgeschäft „Apollo 13“ am Rheinufer so viel Strom verbraucht, dass das Netz dem nicht standhalte. Die Stadtwerke hätten dann kurzfristig geholfen und ein Notstromaggregat zugeschaltet.

Bis Sonntagnachmittag spricht die Polizei von einem „nahezu störungsfreien und friedlichen“ Fest. Mit über 80 Kräften ist die Polizei im Einsatz. Dabei gab es lediglich drei verlorengegange und wiedergefundene Kinder, vereinzelte Straftaten wie Körperverletzungen und Beleidigenen zu vermelden. Im Vorfeld der Johannisnacht war für 24 Personen, die aufgrund von Gewalt- und Raubdelikten polizeibekannt sind, ein Aufenthalts- und Betretungsverbot für die Johannisnacht ausgesprochen. Vereinzelt hielten sich diese Personen laut Polizei nicht daran, sodass sie erneut vom Fest verwiesen wurden.

Auch am Montag wird noch weitergefeiert: Auf der Hauptbühne am Schillerplatz spielt um 18 Uhr die Mainzer Band „Fracture“, auf dem Bischofsplatz das „Absinto Orkestra“, auf dem Liebfrauenplatz die Schlagerband „Wind“, auf dem Markt „Gear Down“. Und um 22.30 Uhr steigt das Feuerwerk am Rhein – diesmal auf Höhe des Schlosses. Die Theodor-Heuss-Brücke ist daher von 22 bis 23 Uhr gesperrt, damit die Zuschauer das Feuerwerk von der Brücke aus bestaunen können.