Kolosse auf dem Weg zum Berg

Auf dem Umschlagplatz Weiher stehen zwei Kräne, mit denen die Teile der Anlagen geladen werden.Foto: Kreisverwaltung  Foto: Kreisverwaltung

(cris). Am Montagmorgen beginnt der Transport von Bauteilen für insgesamt fünf Windräder vom „Umladeplatz“ am Ortseingang von Mörlenbach-Weiher bis zum späteren...

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WEIHER/SIEDELSBRUNN. (cris). Am Montagmorgen beginnt der Transport von Bauteilen für insgesamt fünf Windräder vom „Umladeplatz“ am Ortseingang von Mörlenbach-Weiher bis zum späteren Standort am Stillfüssel bei Siedelsbrunn. „Sollte alles optimal verlaufen, könnten die Transporte Anfang Dezember beendet sein“, erklärt der Kreisbeigeordnete Karsten Krug.

Je eines von zwei sogenannten Selbstfahrern – Spezialfahrzeugen, die Schwerlasten dorthin transportieren können, wo Lastwagen nicht hinkommen – wird montags bis samstags ungefähr ab 8 Uhr auf der etwa zehn Kilometer langen Strecke unterwegs sein. Eine Fahrt von Weiher zum Stillfüssel dauert ungefähr zweieinhalb Stunden; sollten zwei Fuhren an einem Tag geschafft werden, zieht sich der Transport bis in die Abendstunden – und damit die Behinderung des Verkehrs.

Ab Montag nämlich wird es auf der L 3120 von Weiher auf die Kreidacher Höhe und auf der L 535 weiter nach Siedelsbrunn immer wieder langsamer und zwischendurch gar nicht vorangehen. Nach Möglichkeit werden die Transporter den ein oder anderen Wagen in beide Richtungen passieren lassen, wie Krug ankündigt. Die kurvenreiche Strecke hoch zur Kreidacher Höhe aber muss für jeden Transport jeweils für eine halbe Stunde gesperrt werden.

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Nachts wird angeliefert, morgens weitergefahren

Für zwei Spezialfälle wurden bei einer Besprechung von Vertretern der Kreisverwaltung, der Gemeinden Mörlenbach und Wald-Michelbach, des Regierungspräsidiums Darmstadt, von Hessen Mobil, der Polizei und der Transportfirma Vereinbarungen getroffen. Über die Leitstelle des Kreises Bergstraße werden Notärzte darüber informiert, wann welche Straße befahrbar ist. Und die Transportzeiten werden so gelegt, dass der (Schul-)Busverkehr möglichst wenig gestört wird.

Die Selbstfahrer, die zunächst unter anderem die Masten der Anlagen und später die riesigen Rotorblätter fahren sollen, werden von bis zu vier Fahrzeugen begleitet und anfangs auch von der Polizei. Um Vandalismus am Umladeplatz oder dem späteren Standort muss diese sich womöglich nicht kümmern. „Der Protest ist sehr friedlich“, sagt Krug im Gespräch mit dieser Zeitung. Nur ein paar aufgestochene Lkw-Reifen trüben das Bild.

Parallel zum Transport auf den letzten Meilen läuft die Anlieferung der Windkraftanlagen-Teile aus Norddeutschland oder Osteuropa bis zum Ortseingang von Weiher. Begonnen haben die ebenfalls bis Anfang Dezember angesetzten Schwertransporte in der Nacht auf Freitag und damit einen Tag später als geplant. Sie sind zwischen 22 und 6 Uhr unterwegs, also komplementär zum Weitertransport; geliefert wird nachts, umgeladen morgens, weitergefahren sofort danach.

Für die Anlieferung muss der Saukopftunnel jeweils für etwa 20 Minuten gesperrt werden. Bisher sind drei Lastwagenladungen am Umladeplatz eingetroffen, der nicht für längere Zeit als Lager dienen soll. Krug: „Es ist davon auszugehen, dass nahezu jede Nacht weitere Transporte erfolgen.“