„Da kann man nur den Hut ziehen“: 125 Jahre Feuerwehr...

Sie halten die 125-jährige Tradition aufrecht: Die Einsatzabteilung der Wehr umfasst aktuell 30 Mitglieder. Foto: Cornelia von Poser  Foto: Cornelia von Poser

Eine Feuerspritze von 1828 sowie eine fahrbare Feuerlöschpumpe (die „Johanns-Pumpe“) von 1868 lassen im Lindenfelser Museum erahnen, welch lange Tradition der Brandschutz...

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LINDENFELS. Eine Feuerspritze von 1828 sowie eine fahrbare Feuerlöschpumpe (die „Johanns-Pumpe“) von 1868 lassen im Lindenfelser Museum erahnen, welch lange Tradition der Brandschutz in Lindenfels hat. Am Wochenende rückte die Geschichte der Floriansjünger des Burgstädtchens dann vollends in den Mittelpunkt: Denn da hatte die im Juli 1892 gegründete Wehr von Lindenfels-Mitte zur 125-Jahr-Feier eingeladen. Zum Festkommers am Samstagabend waren hunderte Lindenfelser, zahlreiche befreundete Wehren sowie viel Politprominenz gekommen.

Hier standen erst einmal die Floriansjünger selbst sowie ihre Geschichte im Vordergrund. Denn Wehrführer Michael Höbel und der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Matthias Sattler, ließen zunächst die Historie der Lindenfelser Brandschützer Revue passieren und ehrten verdiente, langjährige Mitglieder aus der Alters- und Ehrenabteilung – unter anderem Karl Hoffmann, der für seine 75-jährige Mitgliedschaft bei der Feuerwehr ausgezeichnet wurde.

Glückwünsche von befreundeten Wehren

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Auch Karl Berg, Ludwig Colin, Dieter Ferger, Daniel Gürtler, Heinz Hechler, Manfred Höbel, Friedrich Pfeifer, Werner Pfeifer, Günther Vetter und Claus Winkler wurden von Klaus Falter, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Bergstraße, geehrt.

Den nachfolgenden Reigen der Gratulanten durften die Delegierten der Feuerwehr der polnischen Partnergemeinde Pawlowiczki beginnen. Später überbrachten auch Floriansjünger der befreundeten Wehren Grüße. Ebenso gratulierte der Lindenfelser Stadtbrandinspektor Jürgen Bitsch.

Bürgermeister Michael Helbig (SPD) betonte in seinem Grußwort, dass aus den einstigen Brandschützern mittlerweile eine „universelle Task-Force-Einheit“ geworden sei und erklärte Brandschutz und technische Hilfeleistung zu „kommunalen Pflichtaufgaben“.

Die Abgeordneten des hessischen Landtags, Birgit Heitland (CDU) und Karin Hartmann (SPD), sicherten den Floriansjüngern weiterhin politische Unterstützung zu und betonten die Bedeutung der Nachwuchsarbeit der Wehren.

Auch Peter C. Woitge (Ehrenbürgermeister von Lindenfels und Vorsitzender des Vereins „Das Deutsche Drachenmuseum“), Udo Pfeil (Vorsitzender des CDU-Ortsverbands Lindenfels), Ingo Morckel (Vorsitzender des FDP-Ortsverbands Lindenfels), Alexander Schneider (Vorsitzender der Vereinigung Lindenfelser Gewerbetreibender) sowie Klaus Mohr (Förderverein Burg Lindenfels) gratulierten.

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Einen Punkt hoben dabei alle Redner des Abends hervor: Den ehrenamtlich agierenden, rund um die Uhr bereit stehenden Brandschützern, die sowohl ihre Freizeit als auch das eigene Leben in ihre wichtige Aufgabe einbringen, gebührt tiefer Dank und Anerkennung. „Da kann man nur den Hut ziehen“, so formulierte es beispielsweise der Kreisbeigeordnete Karsten Krug (SPD), der auch im Namen des Bergsträßer Landrats, Christian Engelhardt, sowie für den Kreisausschuss sprach.

Nach dem offiziellen Teil des Abends übernahm die Show-Band „Lärmfeuer“ die Bühne und die Party konnte beginnen. Am Sonntag wurde das Fest mit Frühschoppen, Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen fortgesetzt. Für Unterhaltung sorgte dabei die Trachtenkapelle Lindenfels.

Zahlreiche Gratulanten waren am Wochenende nicht mit leeren Händen zum Festkommers gekommen. Neben Glückwünschen und Danksagungen hatten sie Geldgeschenke dabei. Bereits am vergangenen Dienstag hatte auch die GVV Kommunalversicherung VVaG aus Wiesbaden den Lindenfelser Brandschützern eine Finanzspritze in Höhe von 250 Euro zukommen lassen. Dieses Geld wird, zusammen mit anderen Schenkungen, in den Neubau des Feuerwehrgerätehauses fließen, wie Sattler berichtete. Bereits im Sommer hatte die Lindenfelser Stadtverordnetenversammlung beschlossen, ein neues Feuerwehrgerätehaus für die Wehr der Kerngemeinde zu bauen. Dieses wird in unmittelbarer Nähe des jetzigen Domizils entstehen und dazu beitragen, die über 100-jährige Tradition der Lindenfelser Brandschützer erfolgreich fortzusetzen.