Hoher Sachschaden nach Wohnhausbrand in Gadernheim

Im Lautertaler Ortsteil Gadernheim ist am Dienstagabend ein Feuer ausgebrochen. Foto: 5vision.media

In Gadernheim, einem Ortsteil von Lautertal, hat es am späten Dienstagabend gebrannt. Zwei Menschen und ein Hund konnten sich unverletzt ins Freie retten.

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GADERNHEIM. Zu einem Wohnhausbrand kam es am späten Dienstagabend in der Gadernheimer Nibelungenstraße. Wie Jürgen Bersch, stellvertretender Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Gadernheim mitteilte, standen ein Anbau an der Hausrückseite sowie Hecken und Büsche hinter und neben dem Gebäude bereits im Vollbrand, als die Feuerwehr eintraf. Flammen und Funken waren am Nachthimmel weit zu sehen. Auch im Untergeschoss des Wohnhauses loderten Flammen. Bersch sprach von „massiven schwarzen Rauchwolken.

Ob das Feuer im Außenbereich entstanden ist und von dort auf das Haus übergegriffen hat oder umgekehrt, konnte am Dienstagnacht noch nicht festgestellt werden. „Wir wissen noch nicht, wo es angefangen hat zu brennen“, so der stellvertretende Wehrführer. Die beiden Bewohner des Hauses blieben unverletzt. Gemeinsam mit den Brandschützern gelang es einem der Bewohner, auch den Hund unverletzt über ein Fenster aus dem Gebäude zu retten.

Stichwort „Menschenleben in Gefahr“

Alarmiert worden waren die Feuerwehren von Gadernheim, Reichenbach und Lautertal gemeinsam mit dem Stichwort „Menschenleben in Gefahr“. Eine Vorsichtsmaßnahme, wie Bersch erklärte: Zum einen, weil zum Zeitpunkt der Alarmierung nicht klar war, ob sich noch Menschen im brennenden Gebäude befanden, zum anderen, weil durch die anhaltende Trockenheit die Gefahr bestand, dass sich weitere Bäume und Sträucher entzünden und sich das Feuer noch weiter ausdehnen würde. Der Hausbewohner habe den Einsatzkräften vor Ort dann versichert, dass sich keine Personen mehr im Gebäude befänden, lediglich der Hund weilte zu diesem Zeitpunkt noch im verrauchten Innern des Wohnhauses.

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Auch die Feuerwehr Elmshausen war vor Ort. Darüber hinaus wurde die Drehleiter der Feuerwehr Lindenfels angefordert, um von der Straße aus über das Hausdach zum Brandherd auf der anderen Seite zu gelangen.

Von der Straßenseite her - der B 47 unweit des Abzweigs in die Darmstädter Straße (L3099) - war lediglich Rauch zu sehen. Der eigentliche Brand war auf der Straßenseite abgewandten Rückseite des Gebäudes ausgebrochen und von der Straße nicht zu bekämpfen. Das habe den Einsatz zur einer besonderen Herausforderung gemacht, so Bersch. Das Gebäude liegt am Hang und war von der Rückseite her ziemlich eingewachsen, die Feuerwehrleute hatten es anfangs nicht leicht, zu den brennenden Büschen und Hecken sowie zu den in Flammen stehenden Gebäudeteile vorzudringen.

Gegen 23 Uhr Flammen gelöscht

Eine knappe Stunde nach Alarmierung - kurz vor 23 Uhr - waren die Flammen gelöscht. Der Blick war frei auf eine verkohlte Holzkonstruktion - einen Carport oder einen Unterstand für Gerätschaften. Genau habe man das nicht mehr erkennen können, so Bersch. Unter den verkohlten Holzbalken ein scheinbar unversehrter Anhänger, Holzpaletten, Kanister sowie viele verbrannte Überreste. Auch der Balkon oben drüber sowie die Fassade des Anbaus wurden vom Feuer stark in Mitleidenschaft gezogen.

Ein Anwohner berichtete von mehreren Explosionen zu Beginn des Brandes. Auf den Balkon zeigend mutmaßte er, dass diese Explosionen von einem dort stehenden Grill gekommen seien. Auch auf einem Video des Brandes in den sozialen Medien sind Geräusche zu hören, die von kleineren Explosionen stammen könnten.

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Trotz Sommerferien viele Einsatzkräfte

Hinter dem Gebäude stieg auch noch anderthalb Stunden nach der Alarmierung Qualm auf und Atemschutzgeräteträger wurden eingesetzt, um auch die letzten Glutnester abzulöschen.

Insgesamt waren 70 Einsatzkräfte der Feuerwehren sowie der Rettungsdienst und die Polizei im Einsatz. Markus Stracke, Diensthabender der Brandschutzaufsicht des Kreises Bergstraße, machte sich ebenso ein Bild vom Geschehen wie Landrat Christian Engelhardt. Letzterer zeigte sich beeindruckt, dass trotz der hessischen Sommerferien so viele Einsatzkräfte und insbesondere so viele Atemschutgeräteträger vor Ort waren.

Die B47 war im Bereich des Brandortes für die Dauer des Einsatzes für den Verkehr gesperrt. Die Brandursache muss von den Brandexperten der Polizei noch ermittelt werden. Auch über die Höhe des Schadens konnte in der Nacht noch keine Auskunft gegeben werden.