Wellness für die Wollespender

Alle Jahre wieder nehmen die Verantwortlichen des Bergtierparks die einmal im Jahr notwendige Schafschur zum Anlass, um einen Aktionstag in der Einrichtung zu organisieren. Der...

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ERLENBACH. Alle Jahre wieder nehmen die Verantwortlichen des Bergtierparks die einmal im Jahr notwendige Schafschur zum Anlass, um einen Aktionstag in der Einrichtung zu organisieren. Der Erfolg gibt ihnen recht: Auch in diesem Jahr strömten wieder hunderte Besucher in den Park, um dem surrenden Spektakel beizuwohnen und bei schönstem Wetter das Programm zu genießen.

Als Fachmann für die Schafschur kam wie seit Jahren üblich Heinz Freund nach Erlenbach. Der Wald-Michelbacher ist einer der wenigen versierten Schafscherer der Region. Bereits seit seiner Kindheit ist er mit Schafen und dem Scheren vertraut. Am Sonntag hatte der Profi wieder allerhand zu tun: Insgesamt 14 Tiere, davon zehn gehörnte Skudden und vier Zackelschafe, sollten ihre Haare lassen. Dies ist nötig, da die Tiere ihr Fell nicht allein abwerfen können und da sie auch keine Schweißdrüsen besitzen, die ihnen im Sommer Kühlung verschaffen könnten.

Doch bevor die elektrische Schermaschine zu surren begann, mussten die Tiere erst einmal zur Pediküre: Tierpfleger Josef Unger kürzte die Hufe. Maximal zweimal im Jahr sei das Kürzen erforderlich, so Unger. Auf die Frage eines kleinen Beobachters, ob dies schwer sei, antwortete der versierte Tierpfleger: „In diesem Jahr sind die Hufe nicht so hart“. Denn aufgrund des durchwachsenen Wetters sei relativ viel Feuchtigkeit an die Extremitäten der Tiere gelangt.

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Bevor die Tiere auf den Scherschemel von Freund gesetzt und somit in die so genannte Scherstarre gebracht wurden, die sie nahezu bewegungslos macht, verabreichte der 57-Jährige noch schnell eine Wurmkur. In der Scherstarre seien die Tiere „wie ein Käfer auf dem Rücken“, so Freund. Allerdings dürften die Vierbeiner nicht allzu lange in dieser Stellung verharren. Denn dann blähten sich Magen und Darm auf, was im Extremfall zum Tod des Tieres führen könnte.

Ein Großteil der frisch geschorenen Wolle fand am Sonntag eine dankbare Abnehmerin, die sie für Handarbeiten und Deko-Zwecke mit nach Hause nahm. Der Rest wurde entsorgt. Die Schafschur findet in jedem Jahr nach der sogenannten Schafkälte statt, einem Kälteeinbruch, der meist Mitte Juni erfolgt.

Auch die Jäger der Hegegemeinschaft Weschnitztal bereicherten den Aktionstag im Bergtierpark. An ihren Ständen konnten Alt und Jung allerhand ausprobieren und lernen. So war es möglich, einem Jagdhorn selbst einmal Töne zu entlocken. Oder ein kurioses Instrument auszuprobieren, das aus einem Metallrohr und einem Plastiktrichter besteht und selbst gebastelt wurde. Dabei zeigte Jäger Franz Regner, wie man dank unterschiedlicher Lippenspannung verschiedene Töne erzeugen kann.

Zudem durfte „geschossen“ werden. Gerade Kinder fanden großen Gefallen daran, ein Blasrohr zu testen. Wer den Dreh raus hatte, schoss die kleinen Pfeile direkt auf die bunten Luftballons, die dann zerplatzten. Zwischendurch erfreuten die Jäger ihre Gäste mit dem Spielen von Jagdsignalen.

Der Freundeskreis Erlenbacher Tierpark der Gemeinde Fürth kümmerte sich derweil um die Verpflegung. Die fleißigen Helfer versorgten die Gäste mit Getränken, Waffeln und Bratwürstchen. Nebenan konnten sich die Kinder das Gesicht farbenfroh schminken lassen. Bei den vielfältigen Angeboten am Sonntag blieb kaum ein Wunsch offen.

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Das Team des Bergtierparks wies allerdings darauf hin, dass der Besuch im Erlenbacher Bergtierpark durch den Neubau des Gemeinschaftsgeheges für Affen und Mähnenspringer aktuell mit Einschränkungen verbunden ist. So ist eine Visite bei den Hängebauchschweinen derzeit nicht möglich.

Dennoch ist ein Besuch in der Freizeiteinrichtung in der Erlenbacher Werner-Krauß-Straße lohnend. Der Park ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Präpariertes Ebra kehrt zurück

Von 13. August bis zum 24. September kann im Bergtierpark eine zusätzliche Attraktion bewundert werden. Dann ist das (mittlerweile präparierte) sogenannte Ebra leihweise zurück in Erlenbach. Der Nachkomme einer Zebra-Dame und eines Esel-Hengstes war 1980 im Bergtierpark zur Welt gekommen und hatte dort 29 Jahre lang Besucher und Pfleger erfreut. Die öffentliche Vorstellung des Exponats ist am Sonntag, 13. August, um 11 Uhr im Haus im Bergtierpark.

Für 23. September ist ab 20 Uhr die Aktion „Zauberhafter Bergtierpark“ geplant. Schönes Wetter vorausgesetzt, werden dann farbenfrohe Illuminationen und Feuer den Bergtierpark romantisch erleuchten.