Zahl der Schülerlotsen geht in Hessen zurück

Zahl der Schülerlotsen geht in Hessen zurück

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Frankfurt/Main/Berlin (dpa/lhe) - . Schülerlotsen sind in Hessen immer weniger zu sehen. „Bei uns ist die Zahl in den letzten Jahren leider relativ stark zurückgegangen“, berichtete der Geschäftsführer der Landesverkehrswacht (LVW) in Hessen, Thomas Conrad. Landesweit gebe gibt es demnach nur noch um die 200 Schülerlotsen, vor sechs Jahren waren es noch um die 1000 Beteiligte.

Nach Einschätzung von Conrad ist unter anderem „die Bereitschaft der Schülerinnen und Schüler dafür nicht mehr so groß, und dieses ehrenamtliche Engagement wird nicht mehr so geschätzt“. Im vergangenen Jahr habe es in der Ausbildung wieder etwas mehr Zulauf gegeben. Die hessische Landesverkehrswacht habe weiter das Ziel, den Schülerlotsendienst aufrechtzuerhalten.

Den Schülerlotsendienst gibt es offiziell seit 70 Jahren. Am 14. Januar 1953 führte ihn der damalige Bundesverkehrsminister Hans-Christoph Seebohm für die Bundesrepublik ein. Anstoß für die Initiative gab die hohe Zahl von Kindern, die damals im Straßenverkehr verunglückten.

Nach Angaben der Deutschen Verkehrswacht, die etwa die Lotsen-Ausrüstung bereit stellt, ist seitdem an von Lotsen gesicherten Übergängen noch kein schwerer oder tödlicher Unfall passiert. Die Zahlen seien aber insgesamt rückläufig. Nach Schätzungen seien bundesweit noch etwa 50.000 Verkehrshelfer - wie die Lotsen heute genannt werden - im Einsatz, darunter viele Erwachsene.

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Die ersten Schülerlotsendienste in Deutschland entstanden den Abgaben zufolge in Baden-Württemberg Ende der 1940er Jahre. Die Idee stammte aus den USA, wo Jugendliche schon seit den 1920er Jahren den Schulweg für ihre jüngeren Mitschüler sicherten. Amerikanische Besatzungstruppen brachten den Gedanken mit. Der Sieger des Schülerlotsen-Bundeswettbewerbs 1956, ein 13 Jahre alter Junge aus Kassel, durfte sogar in die USA reisen und Präsident Dwight David Eisenhower treffen.