Teuerungsrate in Hessen sinkt spürbar

Hohe Kosten für Energie und Nahrungsmittel treiben die Verbraucherpreise in die Höhe. Nach dem Spitzenwert im Oktober aber sinkt die Inflationsrate in Hessen zum Jahresende.

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Wiesbaden (dpa/lhe) - . Der Anstieg der Verbraucherpreise in Hessen hat sich zum Ende des Jahres 2022 abgeschwächt. Die Inflationsrate lag im Dezember im Vergleich zum Vorjahresmonat bei 8,1 Prozent, wie das Statistische Landesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Im November hatte der Zuwachs bei 9,7 Prozent gelegen. Im Oktober wurde mit 9,9 Prozent der höchste Wert im Jahr 2022 ermittelt.

Im gesamten Jahr 2022 sorgten teurere Energie und Nahrungsmittel in Folge des Krieges in der Ukraine für eine Inflationsrate von 8 Prozent. Im Jahr 2021 hatte die durchschnittliche Inflationsrate in Hessen bei 3,1 Prozent und im Jahr 2020 bei 0,4 Prozent gelegen.

Von November auf Dezember 2022 sanken die Preise nach Angaben der Statistiker um 0,7 Prozent. Energie sei um 11,4 Prozent günstiger zu haben gewesen. Für einen Teil der Verbraucher sei mit der Dezember-Soforthilfe des Bundes die Zahlung des Dezember-Abschlags für Erdgas und Fernwärme entfallen.

Das habe dafür gesorgt, dass Erdgas (minus 40,0 Prozent) und Fernwärme (minus 40,3 Prozent) in Hessen im Dezember 2022 deutlich günstiger waren als im Vormonat. Zudem sanken im Vergleich zum Vormonat die Preise für Kraftstoffe um 9,5 Prozent, für Heizöl um 9,0 Prozent und für Brennholz und Holzpellets um 4,8 Prozent.

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Im gesamten Jahr 2022 gingen die Preise für Energie zum Vorjahr um 35,5 Prozent nach oben. Heizöl legte um 85,7 Prozent und Erdgas um 81,4 Prozent zu. Brennholz und Holzpellets kosteten durchschnittlich 41,6 Prozent mehr. Für Fernwärme zahlten die Verbraucher um 24,5 Prozent höhere Preise. Kraftstoffe verteuerten sich demnach zum Vorjahr um 27,1 Prozent. Ohne Berücksichtigung der gesamten Energie seien die Verbraucherpreise in 2022 um 4,9 Prozent gestiegen.

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich den Angaben zufolge 2022 durchschnittlich um 12,8 Prozent. Speisefette und -öle kosteten 34,4 Prozent mehr. Darunter stiegen die Preise für Butter um 36,6 Prozent. Molkereiprodukte (plus 19,0 Prozent) sowie Fleisch und Fleischwaren (plus 15,1 Prozent) legten genauso deutlich zu wie Brot und Getreideerzeugnisse (plus 12,5 Prozent). Die Preise für Gemüse seien um 9,7 Prozent und für Obst um 3,0 Prozent geklettert.

Ohne Berücksichtigung der Energie und der Nahrungsmittel lag die Inflationsrate nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Hessen bei 4,0 Prozent und damit halb so hoch wie die Gesamtinflationsrate.