Prozess gegen Andreas Darsow abgesagt

Justitia

Der Prozesstermin im Berufungsverfahren zwischen Land Hessen und dem als Doppelmörder verurteilten Andreas Darsow ist aufgehoben. Das teilte das Oberlandesgericht Frankfurt mit.

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Darmstadt. Das Oberlandesgericht Frankfurt hat den Prozesstermin in einem Berufungsverfahren zwischen dem Land Hessen und dem als Doppelmörder verurteilten Andreas Darsow an diesem Mittwoch aufgehoben. Informationen dieser Zeitung zufolge gab das Gericht als Grund den „Tod eines Verfahrensbeteiligten“ an. Dabei soll es sich um den Anwalt des Landes Hessen handeln. Sollte ein neuer Termin bestimmt werden, werde das Gericht diesen mitteilen.

Darsow beteuert seine Unschuld

Das Oberlandesgericht ist in dem Zivilstreit die zweite Instanz. In erster Instanz hatte das Landgericht Darmstadt Darsow zur Zahlung von 70 000 Euro verurteilt und eine neue Beweiserhebung abgelehnt. Die Verteidigung hofft auf eine neue Beweisaufnahme, um so möglicherweise eine Möglichkeit für ein Wiederaufnahmeverfahren im Strafprozess zu bekommen. Darsow beteuert seine Unschuld.

In seinem Urteil 2011 im Strafprozess hatte es das Landgericht Darmstadt als erwiesen angesehen, dass der Deutsche im April 2009 im südhessischen Babenhausen seinem Nachbarn nach einem jahrelangen Streit auflauerte und ihn erschoss. Anschließend ging er dem Urteil zufolge in das Haus und schoss der schlafenden Ehefrau zwei Kugeln in den Kopf - auch auf die behinderte Tochter schoss er. Sie überlebte schwer verletzt und das Land Hessen musste für die Versorgung aufkommen. Deshalb will das Land 70 000 Euro Schadenersatz.