Exklusiv aus der Redaktion: Spannende Themen aus Hessen

Neues aus Hessen.

Pistorius ist Verteidigungsminister, in Ramstein wird über die Kampfpanzer verhandelt und ein Darmstäder Stromversorger senkt seine Preise. Die wichtigsten Themen im Überblick.

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Hessen. Ganz schön kalt heute vielerorts sogar ein bisschen weiß. Das führt mich zum Kaltstart der WocheWobei – bei Boris Pistorius von einem Kaltstart zu sprechen, ist noch untertrieben. Dienstag: Anruf von Bundeskanzler Scholz zwecks Beförderung zum Verteidigungsminister. Mittwoch: einmal durchschnaufen und englisches Vokabular für militärisches Rüstzeug lernen. Donnerstag: Urkunde vom Bundespräsidenten, Vereidigung im Bundestag, Empfang des amerikanischen Verteidigungsministers Lloyd Austin, der schon vormittags auf der Matte steht. Begrüßung der Truppe und so weiter. Was man so hört, hat der Neue diesen Tag unfallfrei überstanden. Und weiter geht’s heute: Treffen in Ramstein mit der Ukraine-Kontaktgruppe, wo es nicht zuletzt um die leidige Panzerfrage gehen dürfte. Das muss man alles erst mal schaffen, ohne ins Stottern zu geraten. Was rief mein geschätzter Kollege Friedrich Roeingh in seinem Kommentar dem Neuen zu: „Glückauf“!

DIE TOP 3 DES TAGES

Westpolitik in der Westpfalz - wo sich Militärs wohlfühlen

Eine Maschine der United States Air Force rollt auf der US-Air Base Ramstein zum Start.
Eine Maschine der United States Air Force rollt auf der US-Air Base Ramstein zum Start. (© Boris Roessler/dpa)
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Apropos Ramstein. Warum treffen sich die Verteidigungsminister der halben Welt eigentlich immer in Ramstein, wenn sie über neue Waffen für die tapferen Ukrainer nachdenken? Mein Kollege Christian Matz ist der Frage nachgegangen – und hat Antworten in der ziemlich abgelegenen Westpfalz gefunden. Eine davon: Ramstein ist der größte Luftwaffenstützpunkt der US-Streitkräfte in Old Europe, also die gut Stubb der Amis auf dem alten Kontinent. Und die Amerikaner geben in der Ukraine-Allianz nun einmal den Takt vor. Es ist schon das dritte Mal, dass man im „Ramstein-Format“ zusammentritt und allerlei Rüstzeug einsammelt. Ob diesmal auch die deutschen Raubkatzen dabei sein werden? Tja, das ist die große Frage, die Boris Pistorius heute vielleicht wird beantworten können, vielleicht aber auch nicht. Der Schlüssel liegt bei seinem Chef im Kanzleramt.

Ein Abgang unter Tränen

Ihr Tank ist leer: Jacinda Ardern gibt ihr Amt als Premierministerin ab.
Ihr Tank ist leer: Jacinda Ardern gibt ihr Amt als Premierministerin ab. (© Rick Rycroft/AP/dpa)

Dass Spitzenpolitiker zu den härtesten Jobs gehört, die es auf dem Planeten gibt, ist gerade wieder mal auf besonders bittere Art klar geworden. Nein, hier geht es nicht um eine frühere deutsche Verteidigungsministerin oder ihren Nachfolger, sondern um das zumindest vorläufige Ende einer bemerkenswerten Karriere am anderen Ende der Welt: „Ich weiß, was man für diesen Job braucht, und ich weiß, dass ich nicht mehr genug im Tank habe. So einfach ist das.” Mit diesen Sätzen hat Neuseelands charismatische Premierministerin Jacinda Ardern gekündigt. Ich habe keine Ahnung von neuseeländischer Innenpolitik und kenne deshalb nicht die möglichen Hintergründe dieses spektakulären Abgangs einer 42 Jahre alten Powerfrau. Aber die Botschaft berührt doch. Verlangen wir Übermenschliches von unseren Politikern? Sie sollen immer alles geben, dürfen niemals Fehler machen, müssen sich allen möglichen Mist anhören, haben kein Privatleben mehr und verdienen weniger als ein Sparkassendirektor. Eine Jobbeschreibung zum Fürchten. Ein Grund zum Nachdenken und Innehalten, finde ich. Das tut auch mein Kollege Sascha Kircher in seinem starken Kommentar.

Preise kennen doch nicht nur die eine Richtung 

Windkraftanlagen und Hochspannungsleitungen sind vor dem Abendhimmel bei Leuna zu sehen.
Windkraftanlagen und Hochspannungsleitungen sind vor dem Abendhimmel bei Leuna zu sehen. (© Jan Woitas/dpa)
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Ich finde, Sie haben sich jetzt eine gute Nachricht verdient. Zumindest kann ich Ihnen Hoffnung auf eine machen. Es tut sich nämlich etwas bei den Energiepreisen, und zwar in die richtige Richtung. Seit Wochen purzeln die Preise für Gas und Strom an den Börsen. Nun hat als erster großer Regionalversorger die Darmstädter Entega reagiert und drastische Preissenkungen ihre Kunden angekündigt. Das sind immerhin 200.000 beim Gas und 600.000 beim Strom. Dick zweistellig geht es zunächst zum 1. April für Kunden in der Grundversorgung runter, ein paar Monate später sollen alle anderen Entega-Kunden profitieren. Ich habe mit dem Einkaufsvorstand des Versorgers gesprochen und mir erklären lassen, warum man in Darmstadt ein bisschen früher reagiert als bei der Konkurrenz, die wohl in den nächsten Wochen folgen dürfte. So viel sei verraten: Sie haben in Darmstadt ihre Einkaufspolitik neu justiert, also den Mix aus langfristigen und eher kurzfristigen Kontrakten mit den Lieferanten. Und dabei anscheinend ziemlich viel richtig gemacht. Hier finden Sie die ganze Geschichte.

ZU GUTER LETZT

Familienglück über Generationen: Maria Aulenbacher mit ihren Enkelinnen Christina und Suzanne und dem Urenkel Alex.
Familienglück über Generationen: Maria Aulenbacher mit ihren Enkelinnen Christina und Suzanne und dem Urenkel Alex. (© Dickerson)

Zum Schluss schauen wir nach Wiesbaden auf ein fast ewiges Leben. Maria Aulenbacher sieht aus wie 80, vielleicht 85 – und ist 113 Jahre alt. Damit ist sie die weltweit älteste lebende Frau aus dem deutschsprachigen Raum, wie meine Kollegin Elke Baade schreibt.

Exklusiv aus der Redaktion „Hessen am Mittag”

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