Staatstheater-Konflikt: Leitung ist „irritiert“

Das Hessische Staatstheater in Wiesbaden.  Archivfoto: René Vigneron

Die Leitung des Staatstheaters Wiesbaden zeigt sich „irritiert“ über die Berichterstattung und die Äußerungen des Generalmusikdirektors zum „Ring“-Projekt in dieser Zeitung.

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WIESBADEN. Der Generalmusikdirektor (GMD) Patrick Lange wünsche sich eine der Pandemie angepasste, realistischere Planung als das vom Intendanten Uwe Eric Laufenberg vorangetriebene „Ring“-Großprojekt, hieß es am 5. Februar in dieser Zeitung. In der Ausgabe vom 8. Februar wurde noch einmal die Position von GMD und Orchestervorstand mit Blick auf die Arbeitssicherheit thematisiert. Eine „Handreichung“ des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst vom 22. Januar sollte hier Klarheit vor allem für den Probenbetrieb schaffen. Dem Hessischen Rundfunk hatte Intendant Uwe Eric Laufenberg jedoch gesagt: „Diese Handreichung verstehe ich überhaupt nicht, die kommt viel zu spät.“

Leitung irritiert

Nachdem das Theater sich am 5. Februar dazu nicht äußern wollte, zeigt sich die Leitung in einer Mitteilung nun „irritiert“ von der Berichterstattung dieser Zeitung und den „Äußerungen des Generalmusikdirektors und des Orchestervorstandes“: „Momentan wird nicht für das Musiktheater probiert, alle sind in Kurzarbeit. Was ist das für eine Diskussion, die da im Wiesbadener Kurier geführt wird?“, heißt es unter anderem.

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Die Konflikte zwischen Ministerium, Orchester und Intendanz, über die diese Zeitung wiederholt berichtet hat, sind freilich älter als der aktuelle Lockdown, und der Intendant selbst hat der Diskussion mit seiner Äußerung zur Handreichung neue Nahrung gegeben.

Verweise auf Verträge

Die Theaterleitung verweist in der Mitteilung auf die „seit langer Zeit abgeschlossenen“ Verträge für den „Ring“. Auf der Bühne selbst würden hier „in der Regel nur sehr wenige Künstler“ agieren. Auch „Aufführungen mit Klavier, also ohne Orchester, wären zur Not möglich“.