Sinfonisches Blasorchester Wixhausen spielt für "Echo hilft!"

Der Trompeter Thomas Gansch war am Sonntag Solist beim Benefizkonzert des Sinfonischen Blasorchesters Wixhausen für "Echo hilft" im Darmstädter Staatstheater. Foto: Torsten Boor

Bereits zum zehnten Mal spielt das imposante Ensemble zugunsten der Benefizaktion. Höhepunkt der Veranstaltung ist der Auftritt des Trompeters Thomas Gansch mit dem eigens für...

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DARMSTADT. Das Große Haus im Staatstheater Darmstadt ist voll am Sonntag, als das Sinfonische Blasorchester Wixhausen (SBOW) auf die Bühne tritt. Bereits zum zehnten Mal spielt das imposante Ensemble nun hier zugunsten der Benefizaktion "Echo hilft"- und setzt ein weiteres starkes Signal für die wertvolle Arbeit der fünf Hospize, denen in diesem Jahr die Erlöse von "Echo hilft!" zukommen.

Der Dirigent Rainer Laumann hat mit seinen bestens geschulten Musikern eine mitreißende Programmfolge erarbeitet, die Michael Precht kenntnisreich moderiert. Höhepunkt der Veranstaltung ist der Auftritt des kreativen Wiener Trompeters Thomas Gansch mit dem eigens für ihn von Thomas Doss komponierten Stück "Fancy Vienna".

Schon optisch macht das Sinfonische Blasorchester etwas her: Ein Hingucker sind all die glänzenden Instrumente, die auch klanglich mit fettem Sound imponieren können. Unterstützt von einem wendigen Percussion-Team gelingt die Demonstration des vielfältigen Bläser-Universums. Und mit "Rum-Ta-Ta" hat es schon gar nichts zu tun. Hier hat man keine Angst vor schönen Melodien.

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Zur Eröffnung erklingt "Ein Morgen, ein Mittag und ein Abend in Wien" von Franz von Suppé, eine Ouvertüre mit Operettenschmelz in pathetischem Ton. Farbenreich und deskriptiv gelingt dem Ensemble "Des Riesen Nixe" von Fritz Neuböck, ein Stück sinfonische Märchendichtung mit überraschenden Anklängen an Richard Strauss.

Zu hören ist noch mehr aus der österreichischen Klangwelt. Auch der amerikanische Komponist Alfred Reed (1921 - 2005)hatte wienerische Vorfahren. Mit seiner "Fourth Symphony" gelingen drei Sätze des Schwierigkeitslevels Oberstufe, wobei das schöne Solistenzuspiel in der klagenden Elegie hörbar anspruchsvoll ist. Es bietet die Gelegenheit, die individuellen Klangfarben wahrzunehmen, bevor die wilde Tarantella zur Fugatojagd wird.

Es ist noch mehr Gute-Laune-Musik zu hören. Jazzig kommt der Hit "Birdland" des österreichisch-amerikanischen Keyborders Joe Zawinul daher, komponiert als Hommage an den gleichnamigen New Yorker Jazz-Club. Zawinuls Ideal - "weg vom Akademischen, spielen was im Herzen ist" - haben die Musikerinnen des SBOW offenbar verinnerlicht. So lebhaft und leidenschaftlich sind die Klänge, und wenn das Blech laut bläst, so wie das nun mal ist, dann werden Konzertsäle im Sturm erobert. Wenn dann aber auch ein zartes Piano gelingt und feine Linien deutlich werden, umso besser.

Mit "Fancy Vienna" hat Thomas Doss erstmals ein Werk für ein Solo-Instrument im Jazzstil geschrieben, und Thomas Gansch weiß seinen Auftritt daraus zu machen! In feuerrotem Anzug, bläst er lässig tänzelnd virtuose Läufe mit schneidig klaren Staccati, und das alles im Prestissimo. Es macht Spaß, wenn auch das Ensemble an seinen Sforzato-Explosionen teilnimmt.

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Bernsteins Kuschelklang in "One Hand, One Heart" schafft die nötige Beruhigung, um ganz entspannt zum Schluss in den Weihnachtsmodus zu finden: Die Filmmusik "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" von Karel Svoboda, arrangiert von Guido Rennert, verwöhnt mit reichlich Triangelklingeln, Glockenspiel, Rasseln und Blockflötenmelodien. Umrahmt von fettem Blech entsteht eine bizarre Mischung.

Dieser höchst unterhaltsame Abend endet mit fröhlichem Applaus.

Von Dorothea Buchmann-Ehrle