Schicksal

aus Auf ein Wort

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. Galt es früher als schick (vom französischen "chic"), Briefe zu schicken, um sich mitzuteilen, so konzentriert sich heute das Schicken auf Päckchen und Pakete. Aber auch das Senden einer E-Mail wird oft als schicken bezeichnet, wenn es auch nur noch ein Knopfdruck ist.

Sich schicken ist weit weniger gebräuchlich, haftet dieser Formulierung doch eine Vorstellung von enggefasster Moral an.

Überhaupt nicht mehr in unsere Zeit scheint die Wendung zu passen, dass man sich in etwas schickt oder schicken muss. Seit dem 16. Jahrhundert steckt die zuletzt genannte Bedeutung aber im Wort Schicksal.

Schicksal

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Es ist entstanden, indem der Wortstamm des Tätigkeitswortes "schick-" durch das Anhängsel "-sal" zu einem Hauptwort gemacht wurde. Das ist die sprachlich ältere Form von "-sel", das noch heute neue Wörter bilden kann – wie Geschreib-sel oder Anhäng-sel –, aber selten benutzt wird. Während auf "-sel" nur sächliche Wörter enden, konnten früher mit "-sal" auch weibliche Wörter hergestellt werden – wie etwa Müh-sal.

Doch nun zurück zum Schicksal, das also etwas "Ge-schicktes" ist. Das zugrundeliegende "schicken" hat aber eine umfangreichere Bedeutung als bloß;es "senden". Vielmehr geht es um das "sich schicken" – also eine (unangenehme) Lage, an der man nichts ändern kann, geduldig zu ertragen. Damit verbindet sich die Vorstellung, das Schicksal sei von einer höheren Macht festgelegt worden. Im Wort Geschick kommt diese Bedeutung noch klarer zum Ausdruck. Geschick kann allerdings auch eine andere Bedeutung annehmen: Jemand habe Geschick heiß;t es, wenn er etwas gut kann – egal ob es ihm in die Wiege gelegt wurde oder er sich die Geschicklichkeit selbst antrainiert hat. Das Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, ist da schon eine erheblich größ;ere Herausforderung.