Neue Bilderbücher von Hendrik Jonas und Lena Hesse

Madame Tütü lernt staubsaugen: Hendrik Jonas lässt in „Grand Hotel Bellvue“ eine lustige Hundetruppe los. Aus dem hier vorgestellten Buch des Tulipan-Verlags. Foto: Tulipan

In Hendrik Jonas‘ „Grand Hotel Bellvue“ sind die Hunde los. Hunde gibt es auch im Bilderbuch von Lena Hesse. Aber eigentlich geht es in „Hallo, ist hier hinten?“ ums...

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. So ganz normal sind die Hunde in dieser Geschichte nicht, und Hundeliebhaber sollten sich eher nicht auf ihre Kenntnisse verlassen. Wo gibt es schon ein Hotel, in dem der Direktor ein Dalmatiner ist, der Liftboy ein winziger Chihuahua, der nicht einmal einen der Liftknöpfe erreichen kann? Alle Angestellten sind Hunde, natürlich auch die Gäste. In dieses Hotel, das dem Namen „Grand Hotel Bellvue“ eine ganz neue Bedeutung gibt, wird auch der kleine Hund von seinen Eltern gebracht. Er soll dort bleiben, während sie auf Geschäftsreise sind. Doch was für eine Bruchbude ist das! Staubig, unordentlich und unorganisiert. Keiner der Angestellten beherrscht seine Arbeit. Das allerdings soll sich bald ändern – und daran hat der kleine Hund großen Anteil, so winzig er selbst auch ist!

Im Buch von Hendrik Jonas zeigt er dem Mops, der als Koch arbeitet, wie man Eier kocht, hilft der Pudeldame Tütü, die als Zimmermädchen keinen Staubsauger kennt, verrät dem Oberkellner, der als Bulldogge den Gästen Angst einjagt, wie man freundlich ist. Schließlich sorgt der kleine Hund dafür, dass alle Arbeit neu verteilt wird und am Ende alle Hunde jene Tätigkeit bekommen, die sie am besten können. Alsbald sieht es viel, viel besser aus in diesem verrückten Hotel.

Auch ein kleiner Kerl, der traurig ist, weil die Eltern ihn allein zurücklassen, kann aus Chaos Ordnung schaffen, und Großes bewirken. Ein paar Ferientage mit den Eltern im Hotel sind am Ende noch sein Lohn.

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Mag die etwas gestelzte Sprache der kleinen Geschichte für jüngere Kinder auch ungewohnt sein, so hat sie doch durchaus tieferen Sinn. Und dann die Bilder! So prall, komisch und charaktervoll die Hunde gemalt sind und die Szenen beleben – an ihren typischen Köpfen sind sie alle, Bulldogge, Yorkshire, Pudel, Chihuahua, Bobtail, Boxer und andere zu erkennen.

Hunde gibt es auch im neuen Bilderbuch von Lena Hesse. Aber eigentlich geht es in „Hallo, ist hier hinten?“ ums Schlangestehen, und wenigstens im Bilderbuch kann das ein regelrechtes Vergnügen sein. Wer sich ans Ende einer langen Schlange stellt, braucht viel, viel Geduld, bis er endlich am Eiswagen ankommt oder auch im Schwimmbad. Wer freilich die lange Warteschlange im Bilderbuch betrachtet, hat viel Spaß an den Typen, großen und kleinen, dicken und dünnen, alten und jungen, fröhlichen und schimpfenden Menschen, die sich da der Reihe nach angestellt haben. Auch allerlei Tiere sind dabei, Roboter, ein Gespenst. Viel gibt es zu sehen in dieser Schlange! Ein Hund wird gerettet, eine Litfaßsäule mit Plakaten beklebt, ein Dieb wird entdeckt, Möbel werden geschleppt. Da wird telefoniert, jongliert, getanzt. Sogar eine richtige Schlange taucht aus dem Untergrund auf.

Urige Typen sind das allesamt, urkomisch, frech skizziert samt kleinen Textkommentaren. Zu deuten, wer sie alle sind, was sie tun und vorhaben, ist höchst amüsant – und vertreibt denen, die da zuschauen, allemal Zeit und Langeweile. Nicht alles geht mit rechten Dingen zu und ist doch so, als könnte jeder es selbst erleben, der sich in eine lange Reihe stellt.

Was gibt es Schöneres, als am Ende sein Lieblingseis schlecken zu können? Pech nur, wenn es runterfällt. Eine tiefschürfende Geschichte braucht dieses Bilderbuch nicht, in dem es so viel zu entdecken gibt, weckt es doch Fantasie und Lust, selbst zu erzählen.