Mainzer Lesefest-Premiere erst im Frühjahr 2021

Der Roman „Neringa oder die andere Art der Heimkehr“ ist ab 30. Juni in einer preisreduzierten Sonderausgabe des mare-Verlags erhältlich. Foto: Michael Jacobs

Das Projekt-Team verschiebt die Herbst-Aktion „Mainz liest ein Buch“. Dafür gibt es eine Verlängerung auf nun zwei Wochenenden. Im Zentrum steht unter anderem der Roman „Neringa“.

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MAINZ. Es hätte der literarische Höhepunkt des Jahres werden sollen. Mit dem von vier Mainzer Buchhandlungen initiierten Belletristik-Projekt „Mainz liest ein Buch“ sollte sich vom 26. Oktober bis 1. November eine ganze Stadt mit vielfältigen Aktionen rund um den Roman „Neringa“ des in Mainz geborenen Schriftstellers Stefan Moster versammeln. Wie so viele Kulturveranstaltungen hat die Corona-Pandemie nun auch die Premiere des kollektiven Lesefestes für alle Bürger ausgebremst. Der Herbsttermin wurde gestrichen, das Debut auf kommendes Frühjahr verschoben.

Man habe nach sorgsamen Abwägen von Für und Wider entschieden (selbst wenn kleinere Veranstaltungen im Oktober möglich sein werden), dass die Veranstaltung dieses Jahr nicht in wünschenswerter Art stattfinden könne, teilt das Projektteam mit. Die Fülle an Themen-Vorschlägen, die bereits nach einer ersten öffentlichen Ideensammlung im Februar durch Dutzende von Kultureinrichtungen und Privatpersonen auf die Organisatoren des auch von dieser Zeitung unterstützen Projekts niederprasselten, verdienten eine Bühne unter den Rahmenbedingungen, die sie sich vorgestellt haben.

Die entfachte Buch-Begeisterung ist mittlerweile auch beim mare-Verlag angekommen: Bis auf 30 Rest-Exemplare ist die aktuelle Auflage ausverkauft.

„Neringa oder die andere Art der Heimkehr“ ist Familien- und Liebesgeschichte, spielt auf mehreren Zeitebenen, die bis in den Zweiten Weltkrieg reichen, handelt von Heimat, identitätsstiftender Erinnerungsarbeit und deren Trugbildern – und nicht zuletzt vom Gonsenheimer Großvater des Ich-Erzählers, der einst die Große Bleiche pflasterte und kunstvolle Steinornamente vor der Christuskirche kreierte. Nun sollen die facettenreichen Themenfelder des Romans mit Lesungen, Performances, Stadtführungen, Theaterstücken, Ausstellungen etc. in einem größeren Zeitfenster vom 23. April bis 2. Mai 2021 aufgeblättert werden – vorausgesetzt, dass die Pandemie-Situation dies dann auch zulässt. Damit fällt die Auftaktveranstaltung nicht nur just auf den Welttag des Buches. Das Lesefest wurde auch um drei Tage verlängert, sodass es nun über zwei Wochenenden läuft und mehr Platz für (Abend)-Veranstaltungen bietet.

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Städtisches Kulturamt und Kultursommer sind im Boot

Autor Stefan Moster, 1964 in Mainz geboren, der heute in Berlin und Helsinki lebt, hat bereits zugesagt, dass er auch im kommenden Jahr während der gesamten Festivalwoche in Mainz für mehrere Veranstaltungen zur Verfügung stehen wird. Auch Kultursommer und städtisches Kulturamt werden an ihrer finanziellen Unterstützung festhalten.

Der Aufschub bietet indes reichlich Zeit, sich in sein lesenswertes Werk zu vertiefen. Eigens für „Mainz liest ein Buch“ gibt der mare-Verlag eine „Neringa“-Sonderausgabe heraus, die ab dem 30. Juni als Taschenbuch für 14 Euro erhältlich ist.

Natürlich können auch weiterhin Veranstaltungsanmeldungen oder -ideen beim Organisationsteam (E-Mail: veranstalter@mainzliest.de) eingereicht werden. Der Anmeldeschluss ist bis zum 15. November verlängert worden.