Neu bei Netflix: Der Horrorthriller "Blood Red Sky"

Nadja (Peri Baumeister) reist mit ihrem kleinen Sohn (Carl Koch) per Flugzeug zu einer medizinischen Behandlung ins Ausland. Sie ist ein Vampir und hält sich mit einem Gegenmittel selbst in Schach. Foto: Netflix

Der deutsche Regisseur Peter Thorwarth lässt Terroristen und Vampire in einem Flugzeug aufeinander los. Die spannende Genrefilm-Perle punktet mit einer starken Protagonistin.

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. Der völlig zu Unrecht 2010 im Kino untergegangene deutsche Vampirfilm "Wir sind die Nacht" beginnt mit einer besonderen Sequenz: Nachdem die Protagonistinnen während eines Nachtflugs alle Passagiere und die Besatzung ausgesaugt haben, springen sie aus der offenen Tür der Maschine und lassen sie abstürzen.

Den deutschen Regisseur Peter Thorwarth ("Bang Boom Bang") scheint dies zu seinem Horrorthriller "Blood Red Sky" inspiriert zu haben. Denn die Netflix-Produktion spielt fast ausschließlich an Bord eines Passagierflugzeugs, in dem es zu einem erbitterten Kampf einer Vampirin gegen eine Terroristen-Gruppe kommt.

Die einst von einem Blutsauger gebissene Nadja (Peri Baumeister) reist mit ihrem kleinen Sohn Elias (Carl Koch) zu einem Spezialisten, der ihr mit modernsten medizinischen Methoden die Vampir-Infektion austreiben will. Bis dahin hält sie sich mit einem gespritzten Gegenmittel selbst in Schach.

Der Plan wird gefährdet, als einige Männer das Flugzeug entführen und in Richtung Tageslicht lenken - was für Nadja den sicheren Feuertod bedeutet. Also transformiert sie mit Absicht zum Vampir, um so mit ihren speziellen Fähigkeiten die schwer bewaffneten Terroristen unschädlich zu machen. In den Wirren des Kampfes wird aber auch ein auffällig psychopathischer Entführer (Alexander Scheer) zur Fangzahn-Bestie und versucht durch das Beißen einiger anderer Komplizen das Blatt zu wenden.

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Bei "Blood Red Sky" handelt es sich um eine hierzulande eher seltene Genrefilm-Perle. Der Schocker von Peter Thorwarth ist aber nicht nur ein Fest für Horrorfans, das mit vielen Zitaten aufwartet. Die Hauptdarstellerin sieht zum Beispiel aus wie eine weibliche Version von Nosferatu, es gibt liebevolle Details wie spitze Vampir-Ohren, die sich in die Richtung von Geräuschen drehen, und die Blutsauger erinnern mit ihrer fast zombie-artigen Verhaltensweise an die Artgenossen aus "From Dusk Till Dawn".

Der Film überzeugt vor allem auch durch die nachvollziehbare Motivation seiner starken Protagonistin, die sich letztlich immer wieder rechtzeitig auf ihren humanen Kern besinnt, um ihren Sohn nicht selbst zu gefährden. Letzterer ist die zweite positive Überraschung, denn eine dermaßen heldenhafte Kinderrolle gibt es nur alle paar Jahre zu sehen. Zartbesaitete sollten sich wegen teils extrem blutiger Szenen dennoch gut überlegen, ob sie sich auf diesen spannenden Monster-Thriller einlassen wollen.