Heppenheimer Festspiele: „Eine typische Covid-Insolvenz“

Vor dem Corona-Shutdown wurden rund 4700 Eintrittskarten für diesen Sommer verkauft. Mit dem Erlös wurden Vorbereitungen bezahlt - nun fehlt Geld für Rückerstattungen.

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HEPPENHEIM. (rid). Die Heppenheimer Festspiele sind abgesagt, die Festspiel-Gesellschaft von Stephan Brömme hat Insolvenz angemeldet – wir haben berichtet. „Es ist eine typische Covid-Insolvenz“, sagt Insolvenzverwalterin Sylvia Rhein. Vor dem Corona-Shutdown wurden rund 4700 Eintrittskarten für diesen Sommer verkauft. Die Stäitsch-Gastspielgesellschaft der Hamburger Kammerspiele, die das Festival zuletzt mit Produktionen belieferte, hatten sich bereits im März zurückgezogen.

Die Situation ist nun vertrackt: Rund 150 000 Euro hat die Festspiele-GmbH mit dem Kartenvorverkauf eingenommen, damit wurde zum Teil die Vorbereitung der diesjährigen Festspielsaison bezahlt. Diese Einnahmen kann die Gesellschaft nun nicht voll zurückerstatten. Eine Gutschein-Lösung scheint kaum möglich, denn 2021 wird es im Kurmainzer Amtshof keine Festspiele geben, weil dieser dann umgebaut wird.

Bürgermeister Rainer Burelbach teilt mit, dass es eine förmliche Ausschreibung für die zukünftigen Festspiele geben soll. Der Bürgermeister weiß von derzeit drei Bewerbern: der Hamburger Stäitsch-Theaterbetriebsgesellschaft, einer Gruppe „aus der Großregion“ und auch Stephan Brömme wolle sich wieder um die Austragung bewerben.