Filmtipp für das Finale des Weiterstädter Open-Air

In der U-Bahn trifft ein Cellist (Matt Dillon) eine Frau, die er nicht mehr los wird. Foto: Festival

Zum Abschluss läuft beim Weiterstädter Kurzfilmfest ein düsteres Drama mit Matt Dillon. Regie führt Yorgos Lanthimos, der mit „The Favourite“ für den Oscar nominiert war.

Anzeige

WEITERSTADT. (sb). Traditionell gibt es montags beim Open-Air in Weiterstadt eine Festival-Auslese. In der Corona-Ausgabe ist diesmal ab 21.30 Uhr ganz normales Programm mit zehn neuen Kurzfilmen. Darunter findet sich auch der Beitrag des mit Abstand bekanntesten Regisseurs.

Der Grieche Yorgos Lanthimos (46) ist unter Cineasten berühmt und berüchtigt für hermetische Filmrätsel wie „Lobster“ (Jurypreis in Cannes) und „The Killing of a Sacred Deer“. Populär aber wurde er mit einem Historiendrama: „The Favourite“ (2018) war für acht Oscar nominiert und errang zehn Europäische Filmpreise.

Nach seinem größten Erfolg drehte Lanthimos den Zwölfminüter „Nimic“, der nach Festivaleinsätzen in Locarno, San Sebastian und Toronto nun auch in Weiterstadt läuft. Da schlägt sein Hang zu steriler Strenge wieder geheimnisvoll durch.

Ein Konzert-Cellist (Hollywoodstar Matt Dillon) fragt in der U-Bahn eine Frau nach der Zeit und wird sie daraufhin nicht mehr los. Die Fremde folgt ihm in sein Haus, zu seiner Familie, scheint ihn aus seinem Leben verdrängen zu wollen. Lanthimos erklärt nicht, aber dass die Routinen des Alltags hier unheimliche Züge annehmen, ist nicht zu übersehen (Montag, 21.38 Uhr).