Zäher Abschied von Luzern

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Flückiger (Stefan Gubser) und Ritschard (Delia Mayer) sagen Adieu. Foto: SRF/Daniel Winkler

Der Schweizer "Tatort" geht, wie er vor acht Jahren gekommen ist: schlecht synchronisiert, leidenschaftslos, zäh, wirr und spröde. Der letzte Fall für Reto Flückiger (Stefan...

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. "Wunschdenken" wurde damals erst nach monatelanger Verschiebung ausgestrahlt - angeblich wegen Qualitätsmängeln. Mit "Der Elefant im Raum" verabschieden sich die beiden Luzerner Kommissare ebenso qualitätsarm, dazu leider glück- und emotionslos.

Flückiger begleitet seine Freundin Eveline (Brigitte Beyeler) zu einer Schifffahrt mit Dinner, bei der Luzerns Wirtschafts-, Politik- und Gesellschaftselite versammelt ist. Es kommt zu einer Explosion, der Kapitän stirbt, ein Passagier - seines Zeichens Kantonalrat - geht über Bord. So weit, so schlüssig. Danach jedoch wird es konfus, klischeebeladen und teilweise albern.

Der Kopf des alternativen News-Portals "Veritas News" ist derart überzeichnet, dass kaum noch Konturen zu erkennen sind. Blöderweise lassen sich zwei der drei Ermittler auf dieses Spiel ein und verlieren kläglich gegen den immer leicht aggressiv wirkenden Provokateur. Plötzlich geht es auch noch um brisante Rüstungsgeschäfte und private Verwicklungen. Die Autoren Felix Benesch und Mats Frey wollten zu viel für 90 Minuten. Und es macht nach gut einer Stunde auch fast keinen Spaß mehr, noch auf die Auflösung zu warten.

Einzig der Wunsch, dass beide Kommissare einen friedvollen Ausstand erleben, hält die Augen offen und den Finger davon ab, diese Qual per Druck auf den roten Knopf der Fernbedienung vorzeitig zu beenden. Und immerhin: Das Ende ist ansatzweise actionreich, spannend und versöhnlich. Dennoch: ein mehr als nur mauer Abschied, der deshalb auch nicht schwerfällt. Tschüss, Luzern. (Kirsten Ohlwein)

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Das Erste zeigt den "Tatort: Der Elefant im Raum" am Sonntag, 27. Oktober, um 20.15 Uhr.