Überraschungen bis zum Schlussakkord

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Gespenst oder Realität: Korthals (Lars Eidinger, hinten) lässt Borowski (Axel Milberg) nicht los. Foto: NDR/Thorsten Jander

Kai Korthals (Lars Eidinger) ist zurück. Vorhang auf, Auftritt Nummer drei für den Serienmörder im Kieler "Tatort: Borowski und der gute Mensch".

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. Passend zur Erstausstrahlung des dritten Aktes hat die ARD-Mediathek übrigens die beiden Vorgänger mit Korthals ("Der stille Gast" und "Die Rückkehr des stillen Gastes") bereitgestellt. Für das umfassende Kieler Korthals-Erlebnis empfiehlt es sich also sogar, noch einmal von vorn zu beginnen.

"Borowski und der gute Mensch" setzt Jahre nach der Inhaftierung Korthals' an. Dieser hat sich im Gefängnis inzwischen einer Theater-AG angeschlossen und schafft es in vertraut-psychopathisch-gruseliger Manier, nicht nur die Mitinsassen während der durchaus kreativen Inszenierung aufzuwiegeln, sondern auch von einer unübersichtlichen Situation zu profitieren und auszubrechen. Borowski und Kollegin Mila Sahin (Almila Bagriacik) sowie Chef Roland Schladitz (Thomas Klügel) heften sich an Korthals' Fersen. Der hat inzwischen die blinde Telefonseelsorgerin Teresa (Sabine Timoteo) kennengelernt und schaufelt sich mit langsamen, aber eindringlichen Bewegungen in ihr Leben. Erst als Borowski und Sahin über einen Fehler Korthals' auf Teresa stoßen, nähern sie sich auch wieder dem Serienkiller.

Autor Sascha Arango schafft es auch im dritten Akt "Korthals", eine trügerische Nähe zwischen dem Kommissar, der den Täter nur "Kai" nennt, und Kai Korthals herzustellen. Borowski weiß, dass Korthals nur eins will: seine Aufmerksamkeit, seine Anerkennung, seine Freundschaft. Und genau diese Begierden führen am Ende alle Handlungsstränge spannend, mitreißend und schlüssig zusammen. Es kommt zum Showdown, einerseits ganz wie erwartet – aber dann auch wieder nicht. Arango überrascht nicht nur die Zuschauer bis zum Schlussakkord, sondern auch den Kommissar und seine Kollegen. Regisseur Ilker Catak lässt uns dabei so nah ran wie selten. So bleibt der Stoff dicht und greifbar bis zum Ende.

Insgesamt ein sehenswerter Abschluss einer spannenden Trilogie. Einschalten lohnt!

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Das Erste zeigt den "Tatort: Borowski und der gute Mensch" am Sonntag, 3. Oktober, um 20.15 Uhr.