Schweiß und Blut

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Hauptkommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) gibt wieder alles.  Foto: WDR/Wolfgang Ennenbach

Von Markus Engelhardt"Ist halt so." So lautet Peter Fabers Antwort auf die Frage seines "Seelenklempners", weshalb er Polizist geworden sei. Die Stimmen im Kopf des...

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. Von Markus Engelhardt

"Ist halt so." So lautet Peter Fabers Antwort auf die Frage seines "Seelenklempners", weshalb er Polizist geworden sei. Die Stimmen im Kopf des gebeutelten Ermittlers sagen etwas anderes: "Einer muss ja die Bösen fangen." Das hatte Faber (Jörg Hartmann) einst seiner kleinen Tochter auf diese Frage geantwortet.

Die Geister der Vergangenheit, die Stimmen seiner toten Familie - sie lassen den Dortmunder Hauptkommissar nicht in Frieden. Dabei hat er auch in der Gegenwart einiges zu tun: Ein Mord im Hafen wirft Fragen auf. Erste Spuren führen zu einem mysteriösen Vermisstenfall, den Fabers Kollegin Martina Bönisch (Anna Schudt) vor 14 Jahren nicht lösen konnte.

Es passiert ziemlich viel in diesem düsteren und verschwitzten "Tatort": Die Dienstaufsichtsbeschwerde durch Daniel Kossik (Stefan Konarske) nagt an Faber, seine psychischen Probleme und die emotionale Verwirrung in der Zusammenarbeit mit Bönisch machen die Situation nicht besser. Da kann der geniale Querkopf sich kaum auf die Mörderhatz in der hochsommerlichen Ruhrmetropole konzentrieren. Und nicht mal seine gewohnten Scharaden bringen ihn zunächst weiter. Er wirft sich in eine quälende Jagd voller Schweiß; und Blut.

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Dabei bleibt der getriebene Auß;enseiter vielleicht der menschenfreundlichste unter den Fernsehermittlern - ob er sich ins brackige Wasser stürzt, um Ertrinkende zu retten, oder verbissen versucht, Licht ins dunkle Familiendrama zu bringen.

Einer muss ja die Bösen fangen. Ist halt so.