Schwaches Ende folgt starkem Beginn

aus Tatort & Polizeiruf 110

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König (Anneke Kim Sarnau, l.) und Bukow (Charly Hübner) befragen Martina Scharnow (Cornelia Heyse). Foto: NDR/Christine Schroeder

"Söhne Rostocks" beginnt stark. Atmosphärisch, filmisch: Die Spannung ist umgehend da, als in Sascha Bukows (Charly Hübners) Armen der 36-jährige Frank Fischer stirbt und...

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. Doch den aufreibenden Anfangsminuten folgt dann kein Dauer-Feuerwerk an Spannung, polizeilicher Ermittlungsarbeit und einer pfiffigen Handlung mit unerwarteten Tiefen. Bukow und seine Kollegin Katrin König (Anneke Kim Sarnau) begegnen auf der Suche nach Norden dessen Jugendliebe Beate (Katharina Behrens), ihrem halbwüchsigen Sohn Jon (Oskar Belton) und einigen anderen zwielichtigen Figuren. Keiner weiß, wo Norden ist, keiner will ihn gesehen oder gesprochen haben. Und auch die Verbindung zwischen Norden und dem verstorbenen Fischer ist zunächst unklar.

Es kokelt, zündelt und funkt in diesem neuen Rostocker "Polizeiruf 110" - aber es brennt nicht. Es ist definitiv nicht der stärkste Film der Reihe, er steht aber dennoch in seiner Qualität über vielen anderen Sonntagabend-Krimis. Das liegt wie immer am starken Gespann Bukow/König. Bukow wirkt, nachdem die Kollegin ihn am Ende des letzten Streifens übersprungsartig auf den Mund geküsst hat, seltsam gelöst, hat sich für die Kollegin extra neue Schuhe gekauft, flirtet ungeniert mit ihr ("Die habe ich für Sie gekauft", "Ich habe doch nur Sie"), während sie sich schwertut, zu vergessener Leichtigkeit zurückzukehren.

Das liegt unter anderem daran, dass auch die horizontale Handlung der Rostocker eine Rolle spielt. Guido Wachs (Peter Trabner), dem König vor einer Weile falsche Beweise untergeschoben hat, damit er verurteilt wird, meldet sich aus dem Gefängnis und bringt sie gehörig durcheinander. Es sind diese kleinen Szenen nebenbei, die die Handlung wirklich vorantreiben. Die Suche nach Norden ist in diesen 90 Minuten fast so unnötig wie langweilig.

Mehr Angst, mehr Drama und mehr Handlung zwischen Bukow und König hätten "Söhne Rostocks" vielleicht am Ende doch noch entfachen können. So bleibt der Krimi im sonst so großartigen Rostocker Katalog eher eine mittelmäßige Ausgabe, die sich vermutlich nicht in die Erinnerungen der Bukow/König-Fans brennt. (Kirsten Ohlwein)

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Das Erste zeigt den "Polizeiruf 110: Söhne Rostocks" am Sonntag, 19. Januar, um 20.15 Uhr.