Lautes Lüftchen

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Dienstfrei, aber schlecht gelaunt: Tschiller (Til Schweiger) geht seiner Lieblingsbeschäftigung nach.  Foto: NDR/Warner Bros./Nik Konietzy

Jetzt reicht's! Nachdem fiese Finsterlinge sein Töchterchen Lenny (Luna Schweiger) entführt haben, pfeift LKA-Ermittler Nick Tschiller (Til Schweiger) darauf, dass er...

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. Von Markus Engelhardt

Jetzt reicht's! Nachdem fiese Finsterlinge sein Töchterchen Lenny (Luna Schweiger) entführt haben, pfeift LKA-Ermittler Nick Tschiller (Til Schweiger) darauf, dass er eigentlich vom Dienst suspendiert ist. Einmal mehr startet der grimmige Gangsterschreck einen Alleingang – glücklicherweise wie gewohnt zu zweit, denn sein Partner Yalcin Gümer (Fahri Yardim) sorgt wie immer dafür, dass nicht nur Knarre, sondern auch Köpfchen zum Einsatz kommen. Gemeinsam hetzen die Hamburger Kommissare bis nach Moskau, um den Nachwuchs unseres hanseatischen Helden zu retten und Oberbösewicht Firat Astan (Erdal Yildiz) endgültig zur Strecke zu bringen.

Mal ernsthaft: Ohne Humor lässt sich das erste und einzige Kino-Abenteuer von Schweigers "Tatort"-Protagonist Tschiller kaum ertragen. Nicht umsonst ist das ambitionierte Action-Feuerwerk vor zwei Jahren an den Kassen in die Knie gegangen und wird nun während der Sommerpause der ARD-Krimireihe versendet.

Sicher: Das Konzept des "Tatorts" bietet Raum für jede Menge Freiheiten zwischen Schmunzelkomödie und Impro-Experiment, zwischen Lokalkolorit und Zeitkritik. So spricht auch nichts dagegen, mal auf den physischen Aspekt des Polizeiberufs zu fokussieren und klassische Ermittlungsarbeit ebenso auß;er Acht zu lassen wie sauber gezeichnete Charaktere. Ein Krimi muss nicht subtil sein, der darf auch mal nach Hollywood schielen.

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Aber dennoch hätte Schweiger das fünfte Tschiller-Abenteuer doch schlicht "Auß;er Dienst" nennen können und am Sonntag um 20.15 Uhr zeigen, um die Tradition zu wahren. Die Leinwand war einfach ein bisschen zu groß; für die relativ kleine Geschichte, die bunt und laut daherkommt und letztlich nur ein teures Nichts ist. Kino konnte aus der "Tatort"-Riege nur Götz George, und das ist 30 Jahre her. Klar ist: Tschiller ist nicht Schimanski, da hilft kein Fluchen und keine Prügelei.

Nun ist er doch dort gelandet, wo er hingehört. Und das passt dann wieder. Dem Sommerpausenfüller für zwischendurch merkt man die geplatzten Kino-Träume nicht an, und unterhaltsam ist das Ganze ja durchaus. Trotzdem: Langsam reicht's wirklich.

Das Erste zeigt den "Tatort: Tschiller – Off Duty" am Sonntag, 8. Juli, um 20.15 Uhr.