Krimi mit Klößen

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Immer gut gekleidet: Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) fischen im Trüben.  Foto: MDR/ Wiedemann&Berg/ Anke Neugebauer

Es wird mal wieder absurd beim "Tatort" aus Weimar: Christoph Hassenzahl (Matthias Paul), Geschäftsführer einer Kloßmanufaktur, wird tot aufgefunden: in granulierter Form....

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. Von Kirsten Ohlwein

Es wird mal wieder absurd beim "Tatort" aus Weimar: Christoph Hassenzahl (Matthias Paul), Geschäftsführer einer Kloß;manufaktur, wird tot aufgefunden: in granulierter Form. Kurz nach Hassenzahls krudem Ableben taucht seine totgeglaubte Ehefrau Roswita (Milena Dreissig) auf, die offenbar ihr Gedächtnis verloren hat und zuletzt als Toilettenfrau arbeitete. Sie wird ebenso mordverdächtig wie ihr neuer Lebensgefährte Roland Schnecke (Nicki von Tempelhoff) sowie Kartoffelbauer Thomas Halupczok (Jörn Hentschel). Die Kommissare Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) ermitteln.

"Die robuste Roswita", der siebte Fall aus Weimar, will irgendwie alles sein. Und ist kurioserweise auch alles: Komödie, Drama, Krimi. Auch die Auflösung fügt sich perfekt in diese Inszenierung ein. Es wirkt, als haben die beiden Autoren Murmel Clausen und Andreas Pflüger nach einem Kloß;brühen-Wettessen ihre Ideen wie von selbst aufs Papier gezaubert, ohne Anstrengung.

Der Zuschauer wird in Minute 1 abgeholt und in Minute 90 wieder auf dem Sofa abgesetzt. Schön ist, dass Tschirner und Ulmen offenbar endlich in ihren Rollen angekommen sind. Davon darf es bitte gerne noch mehr geben. Und da ist es egal, dass der Klamauk zeitweilig das Kommando übernimmt. Man weiß; schließ;lich, was man aus Weimar an "Tatort"-Kost bekommt. Diesmal eine trübe Kloß;brühe, die Appetit auf mehr macht.