Gedanken an Terror

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Prost! Lannert (Richy Müller) befragt Heinz (Sascha Maaz) in der Kneipe.  Foto: SWR/Sabine Hackenberg

Von Conny SchneiderRAF reloaded: Der neue Stuttgarter "Tatort" begibt sich auf eine Zeitreise in die Geschehnisse des "Deutschen Herbsts" vor 40 Jahren. Schleyer, Landshut,...

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. Von Conny Schneider

RAF reloaded: Der neue Stuttgarter "Tatort" begibt sich auf eine Zeitreise in die Geschehnisse des "Deutschen Herbsts" vor 40 Jahren. Schleyer, Landshut, Todesnacht von Stammheim. Welche Rolle spielt die terroristische Vergangenheit Deutschlands für den aktuellen Fall der beiden Kommissare Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare)?

Im Kofferraum eines Unfallwagens wird eine bereits obduzierte Leiche entdeckt: Marianne Heider. Ihr Ex-Mann wollte die tote Frau ins Ausland bringen, um dort die wirkliche Todesursache feststellen zu lassen. An Selbstmord glaubt er nämlich nicht. Er ist sich sicher, dass etwas vertuscht werden soll: Seine Ex ist ermordet worden, und zwar von ihrem neuen Lebensgefährten Wilhelm Jordan (Hannes Jaenicke). Lannert und Bootz versuchen, der Sache auf den Grund zu gehen, stoß;en dabei jedoch schnell an Grenzen. Wer ist Wilhelm Jordan wirklich? Ein Mordverdächtiger, der vom Verfassungsschutz gedeckt wird und einem ehemaligen RAF-Mitglied zum Verwechseln ähnlich sieht?

"Der rote Schatten" überzeugt vor allem durch zwei Aspekte: Er ist zum einen mit Hannes Jaenicke, Heike Trinker und Friedrich Mücke überdurchschnittlich gut besetzt. Zum anderen gelingt es Regisseur Dominik Graf mit einer geschickten Konstellation aus eingestreuten Fragmenten, die sowohl tatsächliche Zeitzeugnissen als auch authentisch nachgedrehte Szenen beinhalten, Fiktion und Realität ideal zu vermengen.