Frage der Schuld

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Von Meuffels (Matthias Brandt) hat Zweifel.  Foto: BR/Wiedemann & Berg Television & Co. KG/Philipp Haberlandt

Von Conny SchneiderTim Haffling. Pausbäckig. Pummelig. Heintje-Fan. Mädchenmörder. Zumindest spricht alles dafür, dass er im Sommer 2006 die damals 16-jährige Miriam...

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. Von Conny Schneider

Tim Haffling. Pausbäckig. Pummelig. Heintje-Fan. Mädchenmörder. Zumindest spricht alles dafür, dass er im Sommer 2006 die damals 16-jährige Miriam Springer umgebracht hat, deren Leiche nie gefunden wurde.

Bis sich Haffling in seiner Zelle erhängt - und nach seinem Tod Jens Baumann (groß;artig gespielt von Karl Markovics) bei Kriminalhauptkommissar Hanns von Meuffels (Matthias Brandt) auftaucht und behauptet, er habe das Mädchen damals ermordet. Von Meuffels hält den aufgebrachten Mann zunächst für einen Spinner. Doch immer wieder bringt Baumann Details ins Spiel, die nur jemand wissen kann, der das Opfer sehr gut kannte. Von Meuffels bleibt schließ;lich keine andere Wahl, als den Fall neu aufzurollen - und sich selbst die Frage zu stellen, ob er in den Ermittlungen von damals folgenschwere Fehler gemacht hat.

Kino-Regisseur Marco Kreuzpaintner ("Sommersturm", "Krabat") legt mit "Und vergib uns unsere Schuld" ein ebenso sehenswertes wie ungewöhnliches Fernsehdebüt hin. Mit einer interessanten Umkehrung des sonstigen Schemas: In von Meuffels zehntem Fall versucht der vermeintliche Täter nicht, mit aller Kraft die Polizei von seiner Unschuld, sondern von seiner Schuld zu überzeugen. Die Frage nach Schuld und Vergebung wird dabei zu einem stetig wiederkehrenden Motiv.

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Besonders gelungen: die Rückblenden, die den Zuschauer mitnehmen in die bayerische Provinz zur Zeit des "Sommermärchens". Insgesamt gilt jedoch: mehr Drama als Krimi.