Ein Auftakt nach Maß

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Eyckhoff (Verena Altenberger) arbeitet mit allen Mitteln an der Lösung des Falls. Foto: BR/Roxy Film GmbH/Marco Nagel

Ein verwahrloster Teenager wird der Münchener Polizei wegen Ladendiebstahls gemeldet. Der Junge hat Styroporflocken, Tampons und Espressobohnen mitgehen lassen, ist körperlich...

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. Einem personellen Engpass geschuldet, wird Streifenpolizistin Elisabeth "Bessie" Eyckhoff (Verena Altenberger) die Leitung des Falls übertragen.

Gemeinsam mit ihren beiden Kollegen - ihrem Halbbruder, dem Fastfood konsumierenden Cem (Cem Lukas Yeginer), und dem notorischen Schürzenjäger Wolfgang Maurer (Andreas Bittl) - kümmert sie sich um den traumatisierten Jungen. Begleitet von einer Therapeutin und dem Jugendamt. Eyckhoff ist die Einzige, die Zugang zu dem Jungen findet, der sich Polou (Dennis Doms) nennt. Polou nennt nach und nach weitere Namen, was die Vermutung aufkommen lässt, dass sich noch weitere Kinder in Gefangenschaft befinden. Und ungewöhnlicher Fall, der ungewöhnliche Mittel erfordert: Entgegen der Entscheidung des Jugendamts beschließen die Therapeutin und Eyckhoff, Polou in Hypnose zu versetzen, um die anderen Kinder zu befreien.

Statt des eigenbrötlerischem Hauptkommissars Hanns von Meuffels ermittelt beim Münchener "Polizeiruf 110" nun also eine aufgeschlossene österreichische Streifenpolizistin. Die Regie des Auftakts "Der Ort, von dem die Wolken kommen" hat niemand Geringeres übernommen als der Grimmepreis-gekrönte Florian Schwarz ("Im Schmerz geboren"). Ein Auftakt, der thematisch ganz und gar nicht ohne ist, aber angenehm aufgelockert wird durch zynische Seitenhiebe und Selbstironie ("Hier kommt Atmosphäre auf wie beim Großstadtrevier"). Eyckhoff ist ein Kontrastprogramm zu von Meuffels – in jeglicher Hinsicht. Aber dieses Kontrastprogramm verleitet nicht zum Umschalten. Im Gegenteil - gern mehr davon. (Conny Holtfoth)

Das Erste zeigt den "Polizeiruf 110: Der Ort, von dem die Wolken kommen" am Sonntag, 15. September, um 20.15 Uhr.