Drama und Action erst am Ende

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Grummeln sich zur Lösung des Falls: Lenski (Maria Simon) und Raczek (Lucas Gregorowicz). Foto: rbb/Oliver Feist

"Und das alles wegen einem uralten Bauernhof und zehn Hektar Ackerboden?", fragt Inspektor Karol Pawlak (Robert Gonera). Kurz darauf legt er nach: "Brandanschläge,...

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. Recht hat er, der Herr Pawlak. Es sind die entscheidenden Fragen in einem neuen, verwirrenden "Polizeiruf 110" aus Frankfurt/Oder, der wie immer an der deutsch-polnischen Grenze spielt. Schon nach 30 Minuten kommt der dunkle Verdacht auf, so oder so einen ähnlichen "Polizeiruf" schon gesehen zu haben.

Im Mittelpunkt stehen immer wieder die gleichen Themen, so auch diesmal: der deutsch-polnische Konflikt nach dem Krieg. Reichsbürger, ultrarechte polnische Nationalisten, Armut, Geld, Macht, Wirtschaftsinteressen. Kriminalhauptkommissarin Olga Lenski (Maria Simon) und Kriminalhauptkommissar Adam Raczek (Lucas Gregorowicz) grummeln sich übellaunig miteinander durch 90 Minuten. Es wird nicht klar, welche Unstimmigkeit dieser Schieflage vorausgegangen ist.

Die Handlung des Films: Wojciech Sekula (Grzegorz Stosz) lebt mit seinem Sohn Tomasz und seiner Frau Jenny auf einem Bauernhof in Zimowe Pole nahe der Oder. Eines Nachts werden alle Kühe des Familienbetriebs brutal getötet. Kinder finden einen abgetrennten Finger auf dem Feld. Und kurz darauf stirbt Wojciech nach einem erneuten Überfall auf seinen Hof.

Auch wenn das Ensemble durchgehend eine überzeugende Leistung abliefert - das Drehbuch bleibt einen Spannungsfaden, kürzere und nachvollziehbarere Erklärstränge schuldig. Obwohl die letzten 15 Minuten das an Drama und Action wiedergutmachen, was zuvor in 75 überwiegend spröden Minuten fehlte. (Kirsten Ohlwein)

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Das Erste zeigt den "Polizeiruf 110: Heimatliebe" am Sonntag, 25. August, um 20.15 Uhr.