Böse 
Puppen

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) am Tatort. Foto: BR/Tellux-Film GmbH/Hendrik Heiden

Blutbad in einem Münchener Wohlstandsviertel. Der Mutter wurde im Schlaf die Kehle durchtrennt, dem Vater die Genitalien abgeschnitten.

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. Blutbad in einem Münchener Wohlstandsviertel. Der Mutter wurde im Schlaf die Kehle durchtrennt, dem Vater die Genitalien abgeschnitten.

An der Wand der blutige Schriftzug: "Wir kriegen euch alle" und die Zahlenkombination des Paragraphen, der auf Mittäterschaft verweist. Die kleine Tochter Lena wird betäubt im Garten aufgefunden. Sie gibt an, vor der Tat den Weihnachtsmann gesehen zu haben. Ein ohnehin schon unheimliches Szenario für Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl), das noch unheimlicher zu werden scheint: Denn Lenas sprechende Smart-Puppe Senta hatte dem Mädchen den Auftrag gegeben, den Weihnachtsmann ins Haus zu lassen.

Eine solche Puppe hatten die Kommissare zuvor auch in der Wohnung einer Rentnerin gefunden, die Suizid begangen hatte. Diese Dame hatte sich in einem Verein für Missbrauchsopfer engagiert und insgesamt 24 dieser Puppen in Umlauf gebracht. Der Weihnachtsmann wird also wieder zuschlagen.

Gruselig, spannend, verstörend, unter die Haut gehend – der neue Münchener Fall unter der Regie von Sven Bohse ("Ku’damm 56 und 59") ist definitiv einer der sehenswertesten "Tatorte" in diesem Jahr. Kann man für Gerechtigkeit sorgen, indem man Recht bricht? Eine der entscheidenden Fragen in diesem Krimi, der mehr einem Thriller gleicht. Einem Thriller mit doppeltem Boden und zwei Kommissaren in Spitzenform.