Rhythmussuche mit Trommelstöcken

Der fünfjährige Yuness beweist beim Tag der offenen Tür der Groß-Gerauer Musikschule sein Talent am Schlagzeug. Foto: Vollformat/Alexander Heimann  Foto: Vollformat/Alexander Heimann

Zum Tag der offenen Tür hatte die städtische Musikschule Groß-Gerau am Samstagvormittag eingeladen. Für alle Interessierten die Möglichkeit, die verschiedenen Angebote...

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GROSS-GERAU. Zum Tag der offenen Tür hatte die städtische Musikschule Groß-Gerau am Samstagvormittag eingeladen. Für alle Interessierten die Möglichkeit, die verschiedenen Angebote kennenzulernen, für Musikschulleiter Günter Meurer die Gelegenheit mögliche neue Angebote auszuloten.

Mit der Baglama – einer türkischen Laute – versuchte Meurer das Interesse der Besucher auf ein internationales Instrument zu lenken, ganz so wie er es in der Vergangenheit schon mit dem Cajon oder der Chalumeau gemacht hat. „In Groß-Gerau sind Menschen aus mehr als 120 Nationen beheimatet. Und die Musik ist der beste Schmierstoff für die Integration – nur der Sport kann hier noch mithalten“, erklärte der Leiter der Groß-Gerauer Musikschule.

Unterricht auf der Baglama

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Statt nur Kurse zum Erlernen traditioneller europäischer Instrumente anzubieten, sucht Meurer immer wieder nach Möglichkeiten, auch das Lernen exotischer Instrumente anzubieten. In der Zeitung hat er von Deniz Günes aus Ginsheim-Gustavsburg gelesen, der nicht das Baglama nicht nur repariert, sondern auch selbst baut und mitunter sogar Unterricht anbietet. Zu einer Mitarbeit in der Groß-Gerauer Musikschule ist Günes durchaus bereit. „Wenn es Interesse gibt, kann ich mir durchaus vorstellen hier zu unterrichten“, zeigte sich Günes für die Idee des Musikschulleiters aufgeschlossen.

Damit würde er durchaus in das Kollegium an der Musikschule passen, denn mit Loida Montero-Krüger (Querflöte) kommt eine Lehrerin aus El Salvador, Peter Koch (Trompete/Horn) ist Deutsch-Amerikaner, Giyeon Hong-Nellen (Cello) kommt aus Südkorea, Elena Wacker (Klavier/E-Piano) aus Kasachstan und Alfredo Hechavarria (E-Bass, Gitarre) aus Kuba.

Seit 29 Jahren leitet Günter Meurer, der selbst auch Klavier, E-Piano und Keyboard unterrichtet, die Groß-Gerauer Musikschule, ein Zeitraum, auf dener stolz ist. „Die 30 Jahre mache ich auf jeden Fall noch voll, aber dann muss ich mich mit dem Thema Ruhestand beschäftigen, denn ich werde ja 65 Jahre alt“, erzählte er.

Dass er ein so vielfältiges Angebot an der Musikschule anbieten kann, ist auch ein Verdienst seiner persönlicher Kontakte in der Musikszene. „Loida Montero-Krüger kenne ich seit gut 40 Jahren. Sie kam vor vielen Jahren als Au Pair nach Deutschland“, erinnert sich Meurer. „1981 bin ich aufgrund der Situation wegen dem Bürgerkrieg in El Salvador nach Deutschland gekommen, um zu studieren. In meiner Heimat habe ich schon immer gerne Musik gemacht. Per Zufall haben wir uns während meines Studiums wiedergetroffen“, berichtet sie.

Gut angenommen wurden von den Besuchern die Demonstrationen im Kulturcafe Saal. Zunächst probte dort das Schulorchester, das aus der Kooperation der Musikschule mit den Groß-Gerauer Schulen entstand, anschließend gab es Demonstrationen einzelner Musiker auf dem Baglama, dem Cajon, bevor die Schlagzeuger, das Blockflöten-Ensemble und die Rockband das Programm abrundeten. Für die Musikschule ist der Tag der offenen Tür immer der Tag mit den meisten Anmeldungen und so war es auch dieses Mal. „Wir haben jedes Jahr rund 700 Schüler, das ist eine tolle Anzahl“, ist Meurer stolz.

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Stolz ist Meurer darauf, bei der Ausbildung der jüngsten Musiker wieder die Lücke geschlossen zu haben, denn als neustes Angebot gibt es ab Oktober einen Musikgarten für Kinder im Alter zwischen 16 und 35 Monate. „Wir haben noch einen Musikgarten für Kinder zwischen 36 und 47 Monaten, dann beginnen die Kurse der musikalischen Früherziehung. Wir haben also wieder alle Altersstufen abgedeckt“, freut er sich.