Neuer Wagen für Gefahrguteinsätze

Hessens Innenminister Peter Beuth (Zweiter von links) ließ sich von Groß-Geraus Stadtbrandinspektor Benny Surmann (Zweiter von rechts) auch den Fuhrpark der Feuerwehr zeigen. Mit auf dem Bild sind Bürgermeister Stefan Sauer (links) und Stadtverordnetenvorsteher Klaus Meinke.Foto: Cornelia Benz  Foto: Cornelia Benz

Die Tage des alten Gerätewagens Gefahrgut bei der Groß-Gerauer Feuerwehr sind gezählt. 27 Jahre hat das gute Stück inzwischen auf dem Buckel. Nun soll es einen neuen geben:...

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GROSS-GERAU. Die Tage des alten Gerätewagens Gefahrgut bei der Groß-Gerauer Feuerwehr sind gezählt. 27 Jahre hat das gute Stück inzwischen auf dem Buckel. Nun soll es einen neuen geben: Am Donnerstagabend überreichte Innenminister Peter Beuth (CDU) im Groß-Gerauer Stützpunkt einen Förderbescheid über 80 500 Euro. Das Land deckt damit 35 Prozent der förderfähigen Kosten für das Fahrzeug ab. Die Gesamtkosten liegen allerdings noch ein gutes Stück höher. Rund 460 000 Euro investiert die Stadt in den Wagen. Und würde nicht ein Teil der Gerätschaften vom heutigen Fahrzeug übernommen, müsste die Kommune noch mehr hinblättern.

Indienststellung im Sommer 2019

Bis die Feuerwehr zum ersten Einsatz mit dem neuen Wagen ausrücken kann, wird es freillich dauern. Die Ausschreibung sei für November geplant, die Bauzeit betrage rund ein Jahr, sagte Stadtbrandinspektor Benny Surmann vor rund 40 Gästen aus Politik und Feuerwehr. Die Auslieferung des Wagens werde wohl im Frühjahr, die Indienststellung im Sommer 2019 erfolgen.

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Rund zehn bis 15 reine Gefahrguteinsätze hat die Groß-Gerauer Feuerwehr, die 184 Einsatzkräfte zählt, im Jahr. Der Gerätewagen Gefahrgut ist unter anderem mit Stromerzeuger und Lichtmast sowie Schmutzwasser- und Tauchpumpen ausgestattet. Weitere Gerätschaften dienen dem Auffangen von Gefahrstoffen wie Säuren und Laugen, aber auch größeren Mengen von Treibstoff. Chemikalienschutzanzüge, Atemschutzgeräte und Geräte zum Messen und Nachweisen von Gefahrstoffen befinden sich ebenfalls auf dem Wagen, der neben Rollläden auch über eine Ladebordwand verfügen wird, um schwere Gerätschaften in Kisten zum Einsatzort rollen zu können.

Gefahrgut ist gewissermaßen überall unterwegs. Auf Autobahnen und Bundesstraßen ebenso wie auf der Schiene. Hinzu kommen die sogenannten Störfallbetriebe. Der Gefahrgutwagen ist zudem Teil des GABC-Zugs (Gefahren atomar, biologisch, chemisch) des Kreises Groß-Gerau. Die Rüsselsheimer decken den nördlichen Teil des Kreises ab, die Groß-Gerauer mit Kameraden aus Trebur und Nauheim die andere Hälfte.

Bürgermeister Stefan Sauer (CDU) freute sich über die Zuwendung. Seit 2007 habe Groß-Gerau von Kreis, Land und Bund rund fünf Millionen Euro an Fördergeldern für die Wehr erhalten. Die Stadt arbeite den Bedarfs- und Entwicklungsplan für die Feuerwehren konsequent ab, politischen Streit gebe es um die Wehr nicht. Das hob auch Stadtverordnetenvorsteher Klaus Meinke (SPD) hervor. „Wenn es um die Sicherheit der Bürger geht, kann es nur ein gemeinsames Interesse geben.“

Innenminister Beuth nutzte den Besuch, um den ehrenamtlichen Einsatzkräften zu danken und kurz auf die Anstrengungen des Landes beim Brandschutz einzugehen. In den vergangenen zehn Jahren habe das Land rund 105 Millionen Euro in mehr als 1300 Einzelmaßnahmen gesteckt, in diesem Jahr würden mit 22 Millionen Euro Mittel in Rekordhöhe bereitgestellt.

An Groß-Geraus Bürgermeister Sauer hatte er noch eine Bitte. Sollte er Bundestagsabgeordneter werden, dann möge er sich daran erinnern, dass auch die Wehren in Hessen trotz guter Ausstattung durchs Land Hilfe des Bundes gebrauchen könnten.