Mainz 05 schreibt Masters-Geschichte

Mainzer Jubeltraube: Die Nachwuchskicker des Bundesligisten feiern beim U12-Masters des TV Lampertheim den Turniersieg. Foto: Thorsten Gutschalk

Dem U12-Bundesliga-Nachwuchs gelingt erstmals beim Masters des TV Lampertheim eine Titelverteidigung. Eintracht Frankfurt ereilt dagegen nach starker Vorrunde das frühe Aus.

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LAMPERTHEIM. Wie groß ist nun eigentlich die Wahrscheinlichkeit, dass man beim internationalen U12-Hallenmasters des TV Lampertheim künftige Bundesliga-Stars oder gar Akteure hautnah in Aktion sieht, die später eine internationale Fußballer-Karriere starten? Die Antwort: ziemlich groß.

Beispiel gefällig? Bei der 1:3-Niederlage der TSG 1899 Hoffenheim am Freitagabend gegen den deutschen Rekordmeister Bayern München in Sinsheim wechselt Trainer Julian Nagelsmann nach 56 Minuten Dennis Geiger ein. Der 20-Jährige wechselte 2009 im Alter von elf Jahren aus der Jugend des SV Alemannia Sattelbach ins Nachwuchsleistungszentrum der Hoffenheimer. Sein Weg zum Profi begann damit in jener Hoffenheimer U12, die auch diesmal wieder am Turnier in Lampertheim teilnahm. Geiger durchlief nachfolgend alle Altersstufen, bis er am 19. August 2017 als damals 19-Jähriger gegen Werder Bremen (1:0) in der Bundesliga-Mannschaft der Hoffenheimer debütierte. In seiner ersten Profisaison brachte es Geiger auf stolze 1593 Einsatz-Minuten in Deutschlands Eliteklasse, dazu 174 in der Europa League.

Beide Gruppenersten scheitern im Viertelfinale

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In dieser Saison war die Einwechslung gegen Bayern am Freitag der erste Auftritt Geigers auf dem Bundesliga-Parkett, eine hartnäckige Oberschenkelverletzung bremste den defensiven Mittelfeldspieler lange aus. Es stehen aber auch noch 63 Champions-League-Minuten gegen keinen geringeren Klub als Manchester City von Pep Guardiola in den Leistungsdaten Geigers für diese Spielzeit. Geigers aktueller Marktwert wird beim Internetportal „Transfermarkt.de“ auf zehn Millionen Euro geschätzt.

Dass Spieler, die am Sonntag in der Lampertheimer Jahnhalle auf dem Parkett standen und ihr Können demonstrierten, also in sechs, sieben Jahren in der Bundesliga debütieren, ist durchaus anzunehmen. Die Zuschauer in der voll besetzten Halle schauten also auch deshalb ganz genau hin, welcher Emporkömmling das Zeug dazu hat, eine große Karriere zu starten.

Die U12 der TSG 1899 Hoffenheim machte in Gruppe B punktgleich mit dem Gruppenersten Eintracht Frankfurt souverän den Einzug ins Viertelfinale perfekt. Hinter den beiden Erstligisten landete der SV Waldhof Mannheim auf Rang drei, dahinter schaffte die Spielvereinigung Greuther Fürth noch den Sprung unter die besten Acht. Der SV Wehen-Wiesbaden und Qualifikant Wormatia Worms mussten nach der Vorrunde die Segel streichen.

In Gruppe A musste Vorjahressieger 1. FSV Mainz 05 als Zweiter dem Karlsruher SC den Gruppensieg überlassen. Darmstadt 98 und die Spielvereinigung Unterhaching buchten ebenfalls ihre Tickets fürs Viertelfinale.

Im Viertelfinale war für die beiden Gruppenersten Karlsruher SC und Eintracht Frankfurt überraschend gegen den jeweils Vierten der anderen Gruppe früh Schluss. Karlsruhe verlor gegen Greuther Fürth nach Neunmeterschießen, Frankfurt schied durch einen glücklichen Unterhachinger Treffer 30 Sekunden vor dem Ende nach fulminanter Vorrunde aus.

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Im Halbfinale setzten sich die Nachwuchs-Teams der Bundesligisten durch: Hoffenheim schlug Greuther Fürth 2:1, Mainz gewann gegen Unterhaching 3:1. Das Endspiel war dann eine eindeutige Angelegenheit für die Mainzer (3:0), die damit die erste Mannschaft in der Geschichte des U12-Masters sind, der die Verteidigung des Titels gelang.

„Das Turnier war wieder eine runde Sache. Dass unsere Freunde vom FC Basel schon in der Vorrunde ausgeschieden sind, ist natürlich schade“, sagte Turnierorganisator Sven Klotz nach dem Finale. Basel hatte das Turnier vor drei Jahren gewonnen, war aber diesmal in Vorrundengruppe A chancenlos.