Kinder und Lehrer aus Spanien sind derzeit Gäste der...

Matteo, Leo, Sebastian und Pablo (von links) bilden eine Gruppe für die Stadtrallye zum Beginn des Austauschs der spanischen Schüler in Groß-Gerau an der Luise-Büchner-Schule. Foto: Vollformat/Marc Schüler  Foto: Vollformat/Marc Schüler

Spanische Austauschschüler aus der galizischen Hafenstadt Vigo sind derzeit in Groß-Gerau zu Gast. Die 13 Schüler und zwei Lehrer wollen dabei einen Einblick in die deutsche...

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GROSS-GERAU. Spanische Austauschschüler aus der galizischen Hafenstadt Vigo sind derzeit in Groß-Gerau zu Gast. Die 13 Schüler und zwei Lehrer wollen dabei einen Einblick in die deutsche Kultur und Lebensweise bekommen.

„Wir pflegen diesen Austausch seit sechs Jahren und freuen uns immer wieder, Gäste vom Colegio Alba hier in Groß-Gerau zu begrüßen und dann im April in Vigo zu Gast zu sein“, erklärte Sabine Reichart-Sen, die als Spanischlehrerin an der Luise-Büchner-Schule die Aktivitäten rund um den Austausch organisiert. Zur Einstimmung der Schule und des Kollegiums pilgerten die Lehrer der LBS in diesem Jahr unter der Führung der Jakobusgesellschaft Hessen und der LBS-Fachschaft Spanisch beim Ausflug des Kollegiums durch Mainz, um Spuren der Jakobspilger auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela (unweit von Vigo) zu entdecken. „Der erste Hinweis fand sich in der Karmeliterkirche, die Anfang des 14. Jahrhundert erbaut wurde. Auf dem reich vergoldeten Hochaltarschrein war Jakobus mit Pilgerstab und der typischen Muschel am Hut zu entdecken“, berichtete Reichart-Sen. Auch im Mainzer Dom, in der Stephanskirche mit ihren eindrucksvollen Chagall-Fenstern und an der Zitadelle entdeckten die „Pilger“ aus Groß-Gerau Statuen, Grabplatten und andere Zeichen, die von der langen Tradition des Jakobswegs zeugten.

Mit einer Stadtrallye machten sich die Schüler aus Vigo mit der Stadt Groß-Gerau vertraut. Dabei ging es in Vierer-Gruppen – je zwei LBS-Schüler mit ihren spanischen Austauschpartnern – durch die Kreisstadt, um zuvor vorbereitete Fragen zu beantworten. „Das sind Fragen wie etwa der Preis eines bestimmten Brötchens in der Bäckerei, die Anzahl der Ferkel beim Ferkelbauer oder die Frage nach dem Gemüse auf dem Stadtwappen“, erklärte Reichart-Sen. Ziel der Stadtrallye zwischen Marktplatz, Sandböhl und historischem Rathaus war es, nicht nur die Stadt, sondern auch den Austauschpartner besser kennenzulernen. „Als Preis gibt es etwas typisch Deutsches: schwarz-rot-goldene Gummibärchen“, verriet die Lehrerin, die mit ihren spanischen Kollegen Carla Meleiro und Javier Carrera zeitweise alle Hände voll zu tun hatte, die lebhafte Gruppe beisammen zu halten.

In den kommenden Tagen stehen noch Ausflüge nach Frankfurt ins Wissenschaftsmuseum Experimenta an, sowie in den Kletterpark nach Darmstadt, aber auch Zeit in den Familien und im regulären Unterricht sollen die Jugendlichen von der iberischen Halbinsel verbringen. Zum Abschluss steht ein gemeinsamer Bowling-Ausflug an. „Sie sind sehr an Deutschland interessiert, aber sie lernen in der Schule kein Deutsch. Hier in Groß-Gerau sind sie aber nicht nur im regulären Unterricht, sie helfen auch mit, den Unterricht in Spanisch zu gestalten“, so Reichart-Sen.

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Deutschunterricht bei einer Privatlehrerin

Für Matteo Marianty und Pablo Rodriguez Vila ist es der erste Besuch in Deutschland. Keine Erwartungen, sondern mehr ein reges Interesse an den Angeboten dieses Austauschs zeigten beide, die mit Leo Treuting und Sebastian Duvenkamp eine Gruppe bildeten und durch die Kreisstadt streiften. Seit zwei Jahren lernt Matteo bereits Deutsch. „Da habe ich eine private Lehrerin“, berichtete er und freute sich, sein Interesse an der Sprache durch diesen Austausch vertiefen zu können. Pragmatischer sind die Motive von Pablo. „Meine Freunde aus meiner Klasse sind mitgefahren, daher wollte ich auch teilnehmen und diese Erfahrung machen“, ist er gespannt, was ihn in der kommenden Woche noch erwarten wird.