Endras soll Fans locken

Michael Kohler präsentiert das Trikot der Ice Rabbits, das extra für dieses eine Spiel angefertigt wurde. Foto: Ice Rabbits

Eishockey kann Massen mobilisieren. Vor allem dann, wenn es sich um ein „Winter Game“, also eine Partie unter freiem Himmel, handelt. So kamen beispielsweise über 47 000...

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LORSCH. Eishockey kann Massen mobilisieren. Vor allem dann, wenn es sich um ein „Winter Game“, also eine Partie unter freiem Himmel, handelt. So kamen beispielsweise über 47 000 Zuschauer am vergangenen Samstag ins Kölner Rhein-Energie-Stadion, um das rheinische Derby der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zwischen den Kölner Haien und der Düsseldorfer EG zu sehen. Und die sorgten für eine Kulisse, wie sie eigentlich nur bei Fußballspielen vorkommt.

Michael Kohler präsentiert das Trikot der Ice Rabbits, das extra für dieses eine Spiel angefertigt wurde. Foto: Ice Rabbits
Foto: Ice Rabbits

Von derartigen Zuschauermassen sind die Vereine der regionalen Hobby-Liga DPL zwar meilenweit entfernt, doch auch sie haben – aus Liebe zu ihrem Sport und seiner Tradition – die Idee des „Winter Game“ längst aufgegriffen. Maßgeblichen Anteil daran haben die Lorscher Ice Rabbits, die im vergangenen Jahr den Kontakt zu den Ludwigshafener Scorpions suchten, und diese um ein Freundschaftsspiel im dortigen Eisstadion baten.

„Das war aber nichts Großes. Wir sind einfach aufs Eis und haben gezockt“, erinnert sich Michael Kohler, Kapitän, Teammanager und im Dezember 2013 mit seinem Bruder Georg Kohler Gründer der „Eishasen“. Das soll sich nun bei der zweiten Auflage des „Winter Game Classic“ am heutigen Samstag, 19. Januar, ändern, wenn die Ice Rabbits ab 16.30 Uhr auf die zweite Mannschaft der Scorpions treffen.

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Schon seit Monaten fiebern die Südhessen diesem Tag entgegen – auch wenn es sich abermals „nur“ um ein Freundschaftsspiel handelt. Zum ersten Mal in ihrer nunmehr fünfjährigen Vereinsgeschichte rücken die Ice Rabbits nämlich verstärkt ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Das spiegelt sich schon allein in der Terminierung des Spiels wider: Denn normalerweise treten die Lorscher erst in den späten Abendstunden zu ihren Punktspielen und Trainingseinheiten an. Obendrein haben sie aus diesem Anlass spezielle Trikots und Mützen anfertigen lassen.

Damit setzen die Lorscher eine Tradition aus der nordamerikanischen Profiliga NHL fort: Auch dort tragen die Mannschaften bei den „Winter Games“ üblicherweise besondere Jerseys in traditionellem Design sowie weitere Accessoires, die an die Ursprünge des Sports erinnern sollen. Besonders markant sind zumeist die Wollmützen, die viele Spieler über dem Helm tragen.

Auch das geplante Rahmenprogramm kann sich durchaus sehen lassen. Michael Kohler: „Mit einer Nebelmaschine wollen wir für ein richtiges Einlaufspektakel sorgen, im Anschluss an unser Spiel veranstalten wir zudem eine große After-Match-Party – mit DJ und Disko-Beleuchtung.“ Zudem sind weitere Überraschungsaktionen geplant. Kohler verrät nur so viel: „Mein Auto ist komplett voll mit Eishockey-Utensilien, Trikots und Kappen.“

Dennis Endras macht das Eröffnungs-Bully

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Darüber hinaus hat Dennis Endras (Adler Mannheim) zugesagt, die Schirmherrschaft der Veranstaltung und das Eröffnungs-Bully des Hauptspiels zu übernehmen. Der Nationaltorwart steht obendrein am Samstag für Autogrammwünsche und Selfies zur Verfügung. Gerne hätte Endras laut Ice Rabbits-Verteidiger Alexander Michalski auch selbst ins Geschehen auf dem Eis eingegriffen. Wohlgemerkt im Dress der Ice Rabbits, deren Ehrenmitglied er ist.

Doch eine Verletzung aus der DEL-Partie gegen die Berliner Eisbären am vergangenen Donnerstag machte ihm einen Strich durch die Rechnung. „Es war ohnehin eher unwahrscheinlich, dass er mitspielt. Wäre etwas passiert, hätte es bestimmt mächtig Ärger gegeben – für ihn und für uns. Aber unabhängig davon ist auch bei Dennis die Vorfreude auf Samstag riesengroß“, sagt Michael Kohler. Und so geht der Vereinsgründer und Teammanager dann auch davon aus, dass der Name Endras allein zahlreiche Adler- und Eishockeyfans aus der gesamten Region mobilisieren wird: „Wir hoffen auf bis zu 400 Zuschauer.“