Bald Großparkplatz für Lastwagen

Noch ist alles zugestellt: Spätestens in drei Monaten dürften Lastwagen nicht mehr in der Hans-Böckler-Straße parken, heißt es von der Nagel-Group. Dann soll ein neuer Parkplatz fertig sein, der Platz für bis zu 50 Brummis bietet.Foto: Vollformat/Marc Schüler  Foto: Vollformat/Marc Schüler

Hat die prekäre Parksituation in der Hans-Böckler-Straße bald ein Ende? In spätestens drei Monaten, so Nils Ortmann, Pressesprecher der Nagel-Group, dürften Lastwagen...

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GROSS-GERAU. Hat die prekäre Parksituation in der Hans-Böckler-Straße bald ein Ende? In spätestens drei Monaten, so Nils Ortmann, Pressesprecher der Nagel-Group, dürften Lastwagen eigentlich nicht mehr auf der Straße parken. Bis dahin soll nämlich ein rund 15 000 Quadratmeter großer Parkplatz fertig sein, der den Lastwagenfahrern, die das Unternehmen zum Be- und Entladen anfahren, zur Verfügung steht. Etwas mehr als 50 Lastwagen sollen dort Platz haben. Auch sanitäre Anlagen wird es dort geben.

Mehrere Faktoren kommen zusammen

Die seit Jahren von den anderen dort ansässigen Betrieben beklagte Situation im Gewerbegebiet sei auch für die Nagel-Group völlig unbefriedigend, so Ortmann. Es kämen mehrere Faktoren zusammen, die die Verkehrssituation erheblich verkomplizierten. Zum Beispiel die Baustelle auf der benachbarten früheren Bundesstraße, die schmale Auslegung der Hans-Böckler-Straße, aber auch der Bau und die Teilinbetriebnahme des neuen Tiefkühlstandorts auf dem Nagel-Areal, das zusätzliches Verkehrsaufkommen mit sich bringe.

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Um diese Situation gar nicht erst aufkommen zu lassen, habe das Unternehmen bereits im Oktober 2015 einen ersten Antrag auf den Bau des rund 15 000 Quadratmeter großen Parkplatzes gestellt, der neben dem neuen Standort des Tiefkühllagers entstehen solle. Das Verfahren habe sich aber durch verschiedene Anforderungen der Behörden und zusätzlich angeforderte Gutachten mehrfach verzögert. Seit Anfang September liege jedoch die Baugenehmigung für den Parkplatz vor. Aktuell gehe man von einer dreimonatigen Bauzeit aus.

„Es ist im Sinne der Nagel-Group, dass sich die Situation vor Ort schnell entspannt“, schreibt Ortmann in einer Stellungnahme. Durch den Abschluss der Bauarbeiten am neuen Lager gebe es bereits in etwa drei Wochen eine deutliche Entspannung, der Rest werde sich nach der Fertigstellung des Parkplatzes lösen.

Derweil sind andere Gewerbetreibende dabei, die prekäre Situation täglich zu dokumentieren. Sylvia Gremm beispielsweise packt fast jeden Tag ihre Kamera aus und fotografiert zugestellte Bürgersteige oder die zugeparkte Betriebseinfahrt. Ihr Mann Rudolf Gremm berichtet am Telefon, er habe in dieser Woche eine viertel Stunde nach einem Latswagenfahrer gesucht, der mit seinem Brummi die Betriebseinfahrt blockierte.

Dass das Ordnungsamt inzwischen öfter vor Ort sei, habe an der Situation nichts geändert. Den Fahrern sei es offenbar egal, ob sie einen Strafzettel bekommen oder nicht. Zudem hätten Fahrer gesagt, sie würden von Mitarbeitern der Nagel-Group aufgefordert, mangels Platz auf dem Betriebsgelände auf der Straße zu parken.

Dass sich an der Situation nach Fertigstellung des Großparkplatzes eine grundlegende Änderung ergibt, glaubt Rudolf Gremm nicht. Er macht ein Rechenbeispiel auf. Auf dem Nagel-Gelände gebe es neun Laderampen für bis zu 300 Fahrzeuge, die nach der Fertigstellung der neuen Halle dort täglich ankommen könnten. Gremm geht davon aus, dass die Lastwagenfahrer weiterhin auf der Straße parken, bevor sie an eine der Rampen beordert werden.

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Auch die vielen Fahrer, die in ihren Lastwagen übernachten, würden wohl kaum den Parkplatz auf dem Betriebsgelände nutzen, sondern mit ihren Lastwagen weiterhin die Hans-Böckler-Straße blockieren, glaubt Gremm.