16 kulinarische Anbieter präsentieren in der Groß-Gerauer...

Bei der Messe „Faszination Genuss“ in der Stadthalle präsentieren Kerstin Nadler und ihre Mutter Heidrun Franzmann vom „Hofladen Querbeet“ an ihrem Stand selbstgemachte Produkte. Ein Angebot, das Kundin Renate Patzner interessiert.Foto: Vollformat/Marc Schüler  Foto: Vollformat/Marc Schüler

Was ist kulinarischer Genuss? Heidrun Franzmann vom Vorstandsteam der Landfrauen meint spontan: „Da läuft mir das Wasser im Mund zusammen, wenn ich nur hinschaue und den...

Anzeige

GROSS-GERAU. Was ist kulinarischer Genuss? Heidrun Franzmann vom Vorstandsteam der Landfrauen meint spontan: „Da läuft mir das Wasser im Mund zusammen, wenn ich nur hinschaue und den Duft rieche. Ich kann nicht widerstehen, ich muss probieren. Und dann kommt das große ‚Mmh...‘“.

Schöner kann man es nicht sagen. Franzmann und ihre Tochter Kerstin Nadler boten bei der Genussmesse in der Stadthalle – gekleidet in aparte Dirndlkleider – ausschließlich selbstgemachte Produkte und kleine Speisen aus eigenem Anbau an: Da stapelten sich die Marmeladentöpfchen, da gab’s deftigen Handkäse zum Probieren, Gewürzketchup und Gemüseaufstrich wurden verkostet.

Gesundheitsaspekt spielt immer größere Rolle

„Früher bedeutete Genuss etwas Besonderes, denn das Beste jeden Tag auf den Tisch zu bringen, konnten sich die Leute nicht leisten. Man denke nur an den Begriff vom Sonntagsbraten“, merkte Heidrun Franzmann an. Heute spiele der Gesundheitsaspekt beim Genuss eine große Rolle. „Es gab Zeiten, da wurde man für Ratschläge zum gesunden Essen noch als Körnerfresser beschimpft. Heute gilt: Alles in Maßen und gut ausgewogen“, setzte Franzmann hinzu.

Anzeige

16 kulinarische Anbieter der Region – und teils auch darüber hinaus – hatte Eva-Maria Germann, stellvertretende Vorsitzende des Turnvereins (TV) 1846, für die erste Genießermesse in Groß-Gerau unter dem Motto „Faszination Genuss“ gewinnen können. Germann, federführende Initiatorin und Organisatorin, hatte bereits im Februar zu einer Messe zum Möbeltrend „Shabby-Chic“ eingeladen und damit erfolgreich ein neues Format kreiert, das nicht zuletzt auch Geld in die Vereinskasse spülen soll. „Über den Sport hinaus gesellschaftliche Themen aufzugreifen, den Verein als Gemeinschaft von Jung und Alt nach außen zu öffnen, scheint mir ein guter und zeitgemäßer Weg“, so Germann, die ein Faible fürs Kreative und Organisatorische hat. Der Zuspruch der Besucher am Sonntag bestätigte ihre Ideen. „Es soll nicht die letzte Messe bleiben.“

Während die Besucher von Stand zu Stand schlenderten oder an Tischen Platz nahmen, gab es Kaffee und Spirituosen, Gewürze und vielerlei Delikatessen zu probieren, wobei auch die Dekoration viel Lob erhielt. Einladend ausgeschmückt waren die Tische und Tresen, sei es die Auslage von Konditormeister Erich Schmunk aus Groß-Bieberau, der mit köstlichen Trüffeln aufwartete, sei es der Italiener Mario Narcisi, der mit selbst gemachter Pasta, Sambuca und vielen anderen Delikatessen lockte.

Zwei Damen probierten vom Gin, kredenzt mit einer Himbeere, Tonic und einem Rosmarinzweig, den es bei Maximilian Freitag aus Pfungstadt gab. „Hannibal“ nennt er seine Spirituosenbrennerei. Auch ein Bierbotschafter aus Frankfurt war vor Ort, der die Reinheit des Gerstensaftes pries. Sabine Jung indes vom „Café zu mir“ aus Trebur bot Filterkaffee an, der wie zu Omas Zeiten zubereitet war. „All die modernen Kaffeemaschinen mit Pads pressen das Kaffeepulver zusammen und hindern die volle Entfaltung des Aromas“, erklärte sie. Wahrer Kaffeegenuss führe zurück zum Aufguss mit Filtertüten.

Reizend war der Aufbau von Kathrin Richard aus Darmstadt, die unter dem Namen „Fräulein Zuckertopf“ vor der Stadthalle ihren umgebaute Wohnwagen als Verkaufsstand geparkt hatte, wo sie frisch zubereitete Speisen – „Köstlich, diese Kürbissuppe mit Ingwer“, so eine Kundin – und Kuchen zum Kaffee anbot.

„Der Trend geht weg von Fast-Food, hin zum bewussten Essen. Ausdrücklich verwende ich kein Wegwerfgeschirr, sondern serviere die Speisen auf altem Porzellangeschirr, das ich aus Haushaltsauflösungen habe“, so die junge Unternehmerin. Da bekam der Begriff vom „Blümchenkaffee“ in hübscher Blümchentasse eine ganz neue, feinschmeckerische Bedeutung. Auf netten, kleinen Sitzmöbeln unter Sonnenschirmen legten die Besucher der Genießermesse bei „Fräulein Zuckertopf“ am sonnigen Mittag gern eine Pause ein.