SESSION Matthias Karb & Friends bleiben "Lange wach im Museum"/Lieder von Oasis, Police und Billy Idol
(hss). "Lange wach im Museum" - ein Motto, das am Freitagabend volle Gültigkeit hatte. In der altertümlich anmutenden Kulisse des Hofes des Heimatmuseums gaben sich Roland Joubert, Matthias Karb & Friends eine Session, die es in sich hatte.
Matthias Karb, Alex Kiesow, Christian Herzberger, Christian Linder, Roland Joubert und Patrick Metzger faszinierten mit einem Auftritt, der ohne Vorbereitung auskam. "Wonderwall" von Oasis, "Every breath you take" von Police oder auch "Rebell yell" von Billy Idol standen neben vielen weiteren Songs auf dem Programm.
Die Musiker gaben jedem Lied ihre ganz persönliche Note. Die Jazzeinflüsse waren nicht zu überhören. Daneben erklangen noch Soli, die man aus dem Bereich des Rock oder Heavy-Metal kennt. Die Combo schaffte es auf diese Weise, einem altbekannten Song ein neues Gesicht zu verleihen. Mit scheinbar unbändiger Spielfreude verliehen sie den alten Kompositionen einen besonderen Charme.
Die Musiker hoben ihre Interpretationen deutlich von den Originalen ab und bauten in ihre Versionen zahlreiche Zwischenspiele ein, die man so noch nicht gehört hatte.
Jeder der Musiker zeigte, dass er sein Instrument blind und in Perfektion beherrscht. Der Gitarrist Roland Joubert zeigte beispielsweise, dass auch schnelle Tonkombinationen zu eigentlich eher langsameren Songs passen. Joubert verstand es, das gesamte Spektrum der Gitarrentechniken zu zeigen. Patrick Metzger an den Drums bewies, dass ein Schlagzeug nicht nur dazu da ist, einen Takt vorzugeben. Mit Triolen und gekonnten Soloeinlagen zeigte auch er, was ein Schlagzeuger beherrschen muss. Alex Kiesow am Saxofon und Christian Linder katapultierten die Einzeldarbietungen von sehr gut bis hin zu perfekt.
Ein Highlight war der Geiger Christian Herzberger. Mit seiner elektrischen Violine bot er Klänge, die man von diesem Instrument sonst nicht erwartet. Seine Soli standen denen des Gitarristen in nichts nach. Mit Effekten wie beispielsweise einem Verzerrer, der eher ein Gitarreneffektgerät ist, verblüffte er die Gäste und zog sie in ihren Bann. Im Zusammenspiel mit Joubert ersetzte er zeitweise die Leadgitarre, indem er einfach diesen Part übernahm. Die Gruppe benötigte keine Trickkiste, um das Publikum zu überzeugen. Von Beginn an reichten die Klänge der Instrumente, um die Gäste in den Bann des Auftritts zu ziehen. Immer wieder gab es "Szenenapplaus" bei den zahlreichen Solozwischenspielen der Musiker. Kaum jemand schaffte es, sich nicht zu bewegen. Die Band hatte vor diesem Auftritt nicht zusammen geprobt. Die Musiker kennen sich zwar schon lange, spielen aber nicht in einer festen Besetzung miteinander. Hiermit will die Combo verhindern, dass die Auftritte langweilig und einstudiert wirken. Ein Vorgehen, das die Zuhörer mit großem Beifall honorierten.
