Die Backform
07.01.2012 - BÜRSTADT
(wb). Wer liebt den Geruch von warmem Kuchen, die Vorfreude auf den süßen Genuss und eine Tasse Kaffee, Kakao oder Tee nicht? Damit man auch um die Jahrhundertwende des 18. und 19. Jahrhunderts Kuchen in verschiedenen Ausführungen backen konnte, gab es Backformen aus solidem Gusseisen.
In dieser Zeit wurde noch über dem offenen Feuer oder auf Holz und Kohle befeuerten Herden gekocht. Sie hatten Feuerstellöffnungen die mit verschiedengroßen Eisen-Einlegeringen der Bodenfläche von Töpfen und Pfannen angepasst werden konnten. Seitlich gab es oft eine abgetrennte Backröhre. Hier erwies sich das Material „Gusseisen“ als extrem belastbar, denn es konnte sowohl auf dem Feuer wie in der Röhre eingesetzt werden. Der Herd war Mittelpunkt der Küche, er war die teuerste Anschaffung im Haus. Er diente als Heizquelle im Winter und als die einzige Kochstelle im Haus.
Buk dort ein Kuchen vor sich hin, erfüllte er den Raum mit Duft und rund um Ofen und damals noch großen Familientisch ließ es sich gemütlich auf die Fertigstellung warten. Herausgelöst aus der Form, die lange Zeit die Hitze noch hielt, wurde die Leckerei verzehrt. Teigreste wurden beseitigt, indem man die Form im offenen Feuer ausglühte - dabei verbrannten die Rückstände. Die etwas ausgekühlte Backform wurde mit einer Drahtbürste problemlos gereinigt.
Brauchte man die Backform längere Zeit nicht, konnte es passieren, dass sie Rost ansetzte. Auch diesen galt es, mittels Drahtbürste oder anderem Schleifmaterial zu entfernen. Zur Reinigung moderner Gussutensilien in den heutigen Küchen verwendet man grobkörniges Salz und ölt das Material danach gut ein. Auch Haushalte und vor allem Hobbyköche setzen auf Pfannen und Bratentöpfe aus Gusseisen, oft auch auf tönernes Backgeschirr, denn, obwohl etwas umfangreicher in der Handhabung, überzeugen die Ergebnisse.

