„Oberselbwebel“ dankt ab: CCRW mit Jubiläumsprunksitzung
30.01.2012 - LAMPERTHEIM
Von Vanessa Joneleit
FASTNACHT 1. C.C. Rot-Weiß mit Jubiläumsprunksitzung in Hans-Pfeiffer-Halle
26 Darbietungen waren es, die das Abendprogramm der Jubiläumsprunksitzung des 1. C.C. Rot-Weiß am Samstagabend füllten und in Form von Highlights und Überraschungen dafür sorgten, dass den Besuchern der Spaß am Feiern bis spät in die Nacht nicht verging. Gardetänze auf professionellem Niveau, Spaßmusik zum Mittanzen und Büttenreden, bei denen kein Auge trocken blieb - an der entsprechenden Stimmung mangelte es in der gut gefüllten Hans-Pfeiffer-Halle keineswegs. Wehmütig zeigten sich die zahlreichen Besucher und Vereinsmitglieder allerdings dennoch: Als das Programm sich dem Ende neigt, Margit Selb die Bühne betritt und jeder weiß, was jetzt kommt.
„Ihr könnt mich schlagen oder küssen, aber ich will von Fastnacht nix mehr wissen“, erklärte das Fastnachtsurgestein in gewohnt lustiger Manier ihren Rücktritt vom Präsidentenamt. Volle Terminkalender, eine überstrapazierte Leber und schlaflose Nächte seien Grund genug, eine Pause einzulegen und nicht weiter als „Oberselbwebel“ zu fungieren. „Ich will die Fiiß uff de Disch leje un endlich mo wirrer rischtisch penne“, so Selb, die Verein und Publikum für eine „Wahnsinnszeit“ ein großes Dankeschön aussprach.
Ihre Präsidentenmütze überreichte Selb im Anschluss Markus Gutschalk, der sich der Tatsache durchaus bewusst war, in sehr große Fußstapfen zu treten. „Für mich ist das eine große Ehre, und wenn alle mitanpacken, dann steuern wir unser Schiff in eine weiterhin positive närrische Zukunft“, betonte Gutschalk.
Dass Selb es dennoch nicht ganz lassen kann, das Zepter in die Hand zu nehmen, zeigte sich, als sie das Publikum spontan zu den eigenen Standing Ovations aufforderte.
Weniger melancholisch als Selbs Rückzug aus der aktiven Narretei hatte sich unterdessen das Programm gestaltet, das dem offiziellen Abschied vorausgegangen war.
Tanzmariechen-Trios
Mit dem feierlichen Einmarsch aller Beteiligten um das Prinzenpaar Rebecca I. und Frank I., die nochmals ihr närrisches Motto verkündeten, hatte der Abend begonnen. Für Stimmung sorgte zunächst der Auftritt von Horst Karcher, dem Ehrenpräsidenten der „Stichler“ aus Sandhofen, der mit seinem Akkordeon ordentlich „Rabatz“ machte und das Publikum mit Stimmungshits zum Schunkeln brachte. „In Lombade is zur Fastnachtszeit keiner ganz normal“, betonte Karcher, und das Publikum stimmte ihm lautstark zu. Mitten im Getümmel befanden sich auch Gäste wie Bürgermeister Erich Maier,
Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass, Erster Stadtrat Jens Klingler, Abgeordnete aus CDU und FDP sowie Freunde aus zahlreichen anderen Vereinen, die von Selb eigens aufs Herzlichste begrüßt wurden. „Mit der Laune des Publikums steigt und fällt die Stimmung“, betonte Selb und leitete zu den Auftritten der Minigarde, des Tanzmariechen-Trios mit Gardeoberst Fabio Bauer und dem Marsch der Junioren- und Funkengarde über, die sich mit ihren aufwendig einstudierten Choreografien allesamt großen Applaus verdienten.
In seiner Büttenrede klagte Stefan Gutschalk darüber, in seiner sportlichen Karriere weder als Eishockeypuck noch als fliegende Untertasse von der Skipiste getaugt zu haben, weshalb er sich letztlich für die Fastnacht entschied.
